Die Weltec-Tochter hat die Biogasanlage Falkenhagen aus einer Insolvenz erworben und will sie nun grundlegend modernisieren. Für den künftigen Betrieb ist eine außergewöhnlich hohe Wärmenutzung geplant.

Zum Jahresende 2016 soll die Biogasanlage Falkenhagen wieder den Betrieb aufnehmen. Foto: Weltec


Der Biogasanlagen-Betreiber Nordmethan hat in Falkenhagen, Brandenburg, im Januar eine bestehende Biogasanlage aus einer Insolvenz erworben. Die Tochtergesellschaft des Anlagenherstellers Weltec Biopower will die derzeit stillgelegte Biogasanlage nun zunächst grundlegend technisch und kaufmännisch sanieren und modernisieren. Voraussichtlich zum Jahresende 2016 soll sie wieder ihren Betrieb aufnehmen. In den jeweils fünf Fermentern, Nachgärern, Gärrestlagern und sechs Block-Heizkraftwerken werde dann eine elektrische Leistung von insgesamt 3,3 Megawatt erzeugt, teilte Weltec mit. Der Strom soll in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Ein flexibler Betrieb sei zunächst nicht vorgesehen, hieß es auf Anfrage.

Die thermische Leistung der BHKW wurde mit 4,1 MW beziffert. Diese Abwärme will Nordmethan im Jahresmittel nahezu vollständig nutzen: 20 Prozent der anfallenden Wärme sind für den Eigenbedarf der Anlage vorgesehen, 75 % sollen für die Gärresttrocknung verwendet werden. Diesen außergewöhnlich hohen Wert bestätigte Weltec-Pressesprecherin Ann Börries auf Nachfrage noch einmal ausdrücklich.

Die Anlage im Landkreis Prignitz ist im Jahr 2007 errichtet worden und war seit 2008 in Betrieb. Bis 2015 wurde der Anlagenbetrieb durch verschiedene Eigentümer verantwortet. Mit Renovierungsinvestitionen von zwei Millionen Euro will die Weltec-Gruppe nun wieder für einen rentablen Betrieb sorgen. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen unter anderem den Austausch aller Feststoffdosierer sowie die Generalüberholung der sechs BHKW. Darüber hinaus sieht die Modernisierung vor, sämtliche Dächer der Behälter zu ersetzen, die Rührwerkstechnik zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Überdies werden die Pumpen ersetzt, die Steuerungstechnik modernisiert und die drei Trockner instandgesetzt.

Beim Erwerb der Anlage waren noch zwei Mitarbeiter und ein Freiberufler bei der Anlage beschäftigt. Die beiden Festangestellten seien übernommen worden, teilte Weltec mit. Auch ein Teil der bestehenden Substratverträge mit den Landwirten sei übernommen, ein anderer Teil neu abgeschlossen worden. Nordmethan betreibe in der Region bereits die Biomethananlage Barsikow und pflege dadurch langjährige Kontakte zu hiesigen Landwirten. So konnten schnell regionale Partner für die Lieferung von Substraten, vorwiegend Maissilage und Schweinegülle, für den Standort in Falkenhagen gefunden werden.


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