Der Regionalversorger enviaM baut seine Stromnetze weiter aus, um die wachsende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zu bewältigen. Gleichzeitig investiert er selbst in Biogasanlagen und Wasserkraftwerke. 09/05/2011


EnviaM baut sein Netz für Ökostrom aus. Foto: Enviam / Michael Setzpfandt



Wie der Regionalversorger bei der Vorlage seines Geschäftsberichts 2010 mitteilte, will die Tochtergesellschaft envia Netz bis 2021 insgesamt 1,1 Milliarden Euro in Stromleitungen und Umspannwerke investieren. Damit sollen die Netze für die stetig steigende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien ausgebaut werden.

Eine wichtige Maßnahme im laufenden Jahr ist der Ersatzneubau der Hochspannungsleitung von Falkenberg nach Herzberg. Damit wird nach Angaben des Unternehmens dauerhaft ein Netzengpass beseitigt, der durch die zunehmende Einspeisung von Windstrom im Gebiet Jessen-Herzberg-Falkenberg entstanden ist. Derzeit bewältigt enviaM solche Netzengpässe dadurch, dass Ökostrom-Anlagen über ein Erzeugungsmanagement teilweise abgeschaltet werden. Wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte, wurden durch solche Teilabschaltungen im eigenen Netz im Jahr 2010 insgesamt 270 Megawattstunden Ökostrom nicht erzeugt.


Derzeit liegt die installierte Leistung von Anlagen, die Strom nach dem EEG Erneuerbare Energien Gesetz einspeisen, bei knapp 4.000 Megawatt. Das entspricht etwa der maximal benötigten Last im Versorgungsgebiet. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 6.400 Gigawattstunden Ökostrom in das envia-Netz eingespeist. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten Strommenge von 16.700 GWh, die der Netzbetreiber zu  Stromverbrauchern transportierte.  


Bis 2020 erwartet das Unternehmen einen Anstieg der installierten Erzeugungsleistung auf knapp 10.000 MW. Damit werde sich die Aufgabe des Verteilnetzes von der reinen Versorgung von Kunden zur Aufnahme von dezentral erzeugter Energie und Export dieser Energie wandeln und von dieser Aufgabe zukünftig dominiert werden.


Dabei leistet der Regionalversorger auch seinen eigenen Beitrag, um die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien auszubauen. Bis 2013 will die Kraftwerkstochter envia Therm dafür 30 Millionen Euro ausgeben. Im laufenden Jahr soll eine Biogasanlage in Zwönitz (Sachsen) in Betrieb gehen, die für 4 Millionen Euro errichtet wurde. Sie verfügt über eine Stromleistung von 530 kW, die anfallende Wärme wird in das Netz des lokalen Fernwärmebetreibers eingespeist. Eine weitere Biogasanlage mit 400 kWel baut das Unternehmen in Goltewitz (Sachsen-Anhalt) für 2 Mio. Euro, wo die Wärme in der lokalen Agrargesellschaft genutzt werden soll.


Derzeit wird ein Projekt für eine weitere Biogasanlage entwickelt, wo das Rohbiogas auf Erdgas-Qualität veredelt und ins Netz eingespeist werden soll. Außerdem gibt es Pläne für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Basis von Bio-Erdgas und Wasserkraftwerke. Derzeit betreibt envia Therm 14 Wasserkraftwerke mit 10 MW, 4 Windparks mit 22 MW,  1 Biomasse-Heizkraftwerk mit 11 MWel und 5 Biogasanlagen mit 3 MW.


Die Muttergesellschaft enviaM AG hatte im Geschäftsjahr 2010 ihren Umsatz auf 2.823 Mio. Euro gesteigert. Während der Stromabsatz leicht zurückging, stieg der Gasabsatz auf niedrigem Niveau stark an. Der Jahresüberschuss lag mit 277 Mio. Euro etwas unter dem hohen Niveau des Vorjahres.



Lesen Sie auch:

Reger Ausbau bei Biogas-Kraftwerken

Ausgleich für die Netzkosten von Ökostrom

Mit Energie ohne Feuer