Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat aus China einen Auftrag zur Lieferung von acht Kohlevergasern erhalten. Die Aggregate mit einer thermischen Leistung von jeweils 500 Megawatt sind für eine Kohlevergasungsanlage in Yili City in der Provinz Xingjiang bestimmt. 01/08/2011


Die Kohlevergaser der 500-Megawatt-Klasse von Siemens sind 18 Meter lang und 220 Tonnen schwer. Foto: Siemens


Auftraggeber ist der Energieversorger CPI Xinjiang Energy, eine Tochterfirma der China Power Investment Corporation. Das ist einer der größten fünf Stromerzeuger Chinas. In der Kohlevergasungsanlage wird aus heimischer Hartbraunkohle ein Synthesegas erzeugt, das anschließend gereinigt, entschwefelt und in einer sogenannten Methanisierungsstufe in synthetisches Erdgas umgewandelt wird. Dieses SNG erfüllt hohe  Anforderungen an Reinheitsgrad und Heizwert, so dass es in die vorhandenen Erdgasleitungen eingespeist werden kann.

Bereits in der ersten Ausbaustufe ist geplant, zwei Milliarden Normkubikmeter SNG pro Jahr zu erzeugen. Die Anlage soll Ende 2014 in Betrieb gehen. Ziel des Anlagenbetreibers ist es, den Import von Erdgas zu verringern.

Siemens zufolge zählen die eigenen 500-MW-Kohlevergaser mit einer Länge von 18 Metern, einem inneren Durchmesser von 3 m und mit einem Gewicht von 220 Tonnen zu den größten und leistungsstärksten Vergasern, die zurzeit weltweit in Betrieb sind. Sie können bis zu 2.000 t Kohle pro Tag verarbeiten.

Der deutsche Konzern hatte die Technologie für die Gaserzeugung aus fossilen Rohstoffen sowie den 50-prozentigen Anteil an einem chinesischen Joint Venture mit der Shenhua Ninxia Coal Industry Group im Jahr 2006 von der schweizerischen Sustec Holding übernommen. Im Jahr 2008 lieferte er dann fünf 500-MW-Kohlevergaser an den neuen chinesischen Partner. Sie werden  inzwischen in der Anlage Ningxia Coal to Polypropylene in der Provinz Ningxia im Nordwesten des Landes eingesetzt, um Synthesegas zu erzeugen. Es dient dort dazu, den Kunststoff Polypropylen herzustellen.

2008 waren die Siemens-Kohlevergaser auch für ein Projekt in Australien ausgewählt worden. Eine australische Projekt-Entwicklungsgesellschaft hatte damals die Lizenz für zwei 500-Megawatt-Kohlevergaser erworben. Sie sollten in einer Düngemittelanlage eingesetzt werden, um Ammoniak aus Braunkohle herzustellen.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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