Die Erneuerbaren sind in Sachsen-Anhalt zur wichtigsten einheimischen Energiequelle geworden. Der offizielle Energiebericht des Landes beziffert ihren Anteil an der Primärenergie-Gewinnung mit knapp 50 Prozent. 17/08/2011


Windräder prägen die Landschaft in Sachsen-Anhalt. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat das Land ein Ziel der „Energiewende“ schon erreicht. Foto: Stefan Schroeter


Anfang August hatte das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium den Energiebericht des Landes Sachsen-Anhalt für 2008 vorgelegt. Er beruht auf den aktuell verfügbaren Zahlen des Statistischen Landesamtes. Danach wurden im Land insgesamt 178.248 Terajoule Primärenergie aus einheimischen Energieträgern wie Rohbraunkohle, Erdgas, erneuerbaren Energieträgern und Abfall gewonnen. Die Erneuerbaren trugen dazu 86.537 TJ bei. Das entspricht einem Anteil von 48,5 Prozent. Die Rohbraunkohle, bis 2005 noch die mit Abstand wichtigste Quelle der Primärenergie, kam auf 72.073 TJ oder 40,4%.

Sachsen-Anhalt erzeugt allerdings nur ein Drittel seines Primärenergie-Verbrauchs von 501.714 TJ selbst. Die übrige Energie wird über die Landesgrenzen eingeführt. Den größten Anteil am Primärenergie-Verbrauch Sachsen-Anhalts hatte 2008 Erdgas mit 177.310 TJ, gefolgt von Mineralölen und Braunkohle. Erneuerbare Energiequellen lagen hier mit 71.123 TJ oder 14% nur auf dem vierten Platz. Immerhin reichte ihr Wachstum seit 1995 aus, um den Anstieg des Primärenergie-Verbrauchs vollständig abzudecken. Vor allem der Biomasse bescheinigt der Energiebericht ein stürmisches Wachstum.

Er geht auch auf den Beitrag ein, den erneuerbare Energien zur Stromerzeugung in Sachsen-Anhalt leisten. Danach erzeugten alle Kraftwerke des Landes zusammen 20,8 Mrd. Kilowattstunden. Ein Drittel dieses Stroms – 34,2% wurde aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, darunter vor allem aus Wind und Biomasse. 

Eine wichtige Kennziffer, um die Rolle erneuerbarer Energien in einem Land beurteilen zu können, ist ihr Anteil am Stromverbrauch. Auch wenn der Energiebericht darauf nicht direkt eingeht, lässt er sich doch ungefähr aus den übrigen Zahlen berechnen. Danach dürften die erneuerbaren Energien 2008 in Sachsen-Anhalt mit 46% zur Stromversorgung beigetragen haben.

Zum Vergleich: Die Bundesregierung verfolgt derzeit mit ihrer Energiewende das Ziel, bundesweit den Anteil an der  Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Brutto-Stromverbrauch von heute 17% auf 35% bis 2020 zu steigern. Bei allem Interpretationsspielraum, den diese Formulierung noch eröffnen mag, steht fest: Sachsen-Anhalt hatte dieses Ziel schon 2008 erreicht.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







Lesen Sie auch:

Der Strombörsen-Preis wurde mit Ökostrom beständiger


Braunkohle als Partner der erneuerbaren Energien


Ausgleich für die Netzkosten von Ökostrom