Der deutsche Technikkonzern hat gemeinsam mit einem einheimischen Partner ein neues Werk in der russischen Stadt eröffnet. Insgesamt will Siemens in den kommenden drei Jahren eine Milliarde Euro in Russland investieren. 19/10/2011


Einwellen-Radialverdichter des Typs STC-SV können mit Dampfturbinen, Gasturbinen oder Elektromotoren betrieben werden. Sie werden unter anderem für die Speicherung und den Transport von Erdgas eingesetzt. Foto: Siemens



Rusturbomasch, ein Gemeinschaftsunternehmen des deutschen Technikkonzerns Siemens und seines russischen Partners Iskra-Avigaz, hat eine neue Verdichterfertigung in der russischen Stadt Perm eröffnet. Siemens hält 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, Iskra-Avigaz die restlichen Anteile. Die Investitionssumme für beide Unternehmen wird mit 60 Mio. Euro angegeben.

In den kommenden Monaten soll zunächst schrittweise die Produktion von sogenannten Statorkomponenten für kleine Verdichter beginnen. Das sind die unbeweglichen Teile eines Verdichters, die dem beweglichen Rotor als Gehäuse dienen. Ende 2012 soll das Werk Perm dann komplette Verdichter fertigen. Siemens zufolge werden hier bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Stadt, die im Uralvorland liegt, verfüge nicht nur über eine gute Infrastruktur, sondern auch über gut ausgebildete Fachkräfte.


Der neue Produktionsstandort soll Einwellen-Radialverdichter des Typs STC-SV liefern, die in einem Antriebsbereich zwischen 6,3 und 32 Megawatt Leistung liegen. Je nach Prozess und Energieressourcen können sie mit Dampfturbinen, Gasturbinen oder Elektromotoren betrieben werden. Diese Verdichter werden unter anderem für die Speicherung und den Transport von Erdgas eingesetzt. So sollen die ersten Maschinen aus Perm für eine Verdichterstation des wichtigsten Kunden Gasprom geliefert und installiert werden.


Insgesamt will Siemens in den kommenden drei Jahren zusammen mit seinen Partnern die runde Summe von einer Milliarde Euro in Russland investieren. Das kündigte Vorstandschef Peter Löscher am 17. Oktober bei der Jahressitzung des Foreign Investment Advisory Councils (Beirat für ausländische Geldanlagen) in Moskau an. Neben Perm sollen auch in Jekaterinburg, St. Petersburg oder Woronesch Standorte für Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Service neu entstehen oder ausgebaut werden. Dabei will Siemens insgesamt 4.000 Arbeitsplätze für Fachkräfte schaffen.


Allein 700 Mio. Euro der geplanten Investitionen sind auf den Zukunftsmarkt Energie ausgerichtet. So sollen 400 Mio. Euro in neue Fertigungsanlagen für effiziente Gasturbinen und in den Ausbau des Servicegeschäfts fließen. Im August hatte Siemens bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Partner Silowyje Maschiny für die Produktion, den Vertrieb und den Service von Gasturbinen angekündigt. Außerdem soll für 120 Mio. Euro eine neue Produktionsstätte für Windenergieanlagen und eine Rotorblatt-Fertigung errichtet werden. Darüber hinaus ist geplant, etwa 115 Mio. Euro in eine lokale Transformatoren-Produktion sowie in Fertigungen für Hochspannungs-Produkte in Woronesch zu investieren.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.



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