Ein stürmischer Monat Dezember hat die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Enviam-Netzgebiet auf 1,3 Milliarden Kilowattstunden wachsen lassen. Das entsprach vier Fünfteln des Stromverbrauchs und nahm ein Ziel vorweg, das sich die Bundesregierung für 2050 gestellt hatte. 30/01/2012


Dieser Windpark bei Leisnig in Sachsen sorgte im Dezember mit für einen Ökostrom-Rekord im Netzgebiet des Regionalversorgers Enviam. Foto: Stefan Schroeter



Der regionale Energieversorger Enviam meldet für Dezember 2011 einen neuen Rekord für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im eigenen Netzgebiet. Mit 1,3 Milliarden Kilowattstunden sei soviel Strom aus Biomasse, Deponie-, Klär- und Grubengas, Sonne, Wasser und Wind gewonnen wie nie zuvor in einem Monat. Damit hätten 80 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden können – doppelt soviel sonst üblich. Dieser Anteil entspreche bereits dem Ziel der Bundesregierung für Deutschland im Jahr 2050. Im gesamten Jahr 2011 waren im Enviam-Gebiet 8 Mrd. kWh Ökostrom eingespeist worden, während der Stromverbrauch bei 16,5 Mrd. kWh lag.

Ausschlaggebend für das Allzeithoch im Dezember war vor allem der Höhenflug der Windenergie, die allein 1,1 Mrd. kWh Strom produzierte. Auch im Gesamtjahr 2011 liegt sie mit 5,6 Mrd. kWh deutlich vor allen anderen erneuerbaren Stromquellen.

Um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden, hat die regionale Tochtergesellschaft des Energiekonzerns RWE die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Dezember insgesamt sechsmal gedrosselt. Erstmalig waren dabei in zwei Fällen Anlagen im gesamten Enviam-Netzgebiet betroffen, während sich die Eingriffe bis dahin auf die besonders windreichen Bundesländer Brandenburg und Sachsen-Anhalt beschränkt hatten. Dem Versorger zufolge mussten nun erstmals auch Sachsen und Thüringen mit einbezogen werden. Die Netzengpässe im vorgelagerten Höchstspannungsnetz und damit in ganz Ostdeutschland hätten nicht anders beseitigt werden können.

Dabei gab es insgesamt 600 „Ansteuerungen“, bei denen Kraftwerke für Biomasse, Deponiegas, Solar, Wasser, Wind sowie außerdem Anlagen in Kraft-Wärme-Kopplung und konventionelle Anlagen gedrosselt wurden. Dies führte unter anderem dazu, dass 2 Mio. kWh Ökostrom nicht erzeugt werden konnten.

Der Regionalversorger zitierte eine Statistik des Energiekonzerns Eon, wonach das Enviam-Netzgebiet bundesweit die dritthöchste Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verzeichnet. Davor rangieren die Regionalversorger Eon Edis mit einem Netzgebiet in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie EWE in Niedersachsen, Brandenburg  und Mecklenburg-Vorpommern.

Nach einer aktuellen Enviam-Prognose wird die installierte Leistung von derzeit 5.000 Megawatt bis 2025 auf 12.000 Megawatt steigen. Im vergangenen Jahr seien im eigenen Netzgebiet mehrere tausend Anlagen mit einer Gesamtleistung von 600 MW errichtet worden. Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, will der Netzbetreiber bis 2025 eine Summe von 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro in den Ausbau des Stromnetzes investieren.



Lesen Sie auch:

Envia weitet das Netz für Ökostrom

Große Pläne für den Solarpark Lieberose

Strukturwandel durch Ökostrom