Die neue Höchstspannungstrasse verbindet die Umspannwerke Görries in Schwerin und Krümmel bei Hamburg. Sie soll die Stromversorgung für den Großraum der Elbestadt erheblich verbessern.



In Bad Lauchstädt beginnt die Südwest-Kuppelleitung, eine noch unvollendete Stromtrasse zwischen Ost und West. Die Nordleitung dagegen wurde jetzt fertig. Foto: 50Hertz



Der Strom-Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat Mitte Dezember die sogenannte Nordleitung zwischen Schwerin und Hamburg in Betrieb genommen. Die nun 88 Kilometer lange Höchstspannungsleitung verbindet die Umspannwerke Görries in Schwerin und Krümmel bei Hamburg. Das Investitionsvolumen bezifferte 50Hertz mit 93 Millionen Euro.

Die neue Leitung, die mit einer Spannung von 380 Kilovolt betrieben wird, soll die Versorgungssicherheit für den Großraum Hamburg erheblich verbessern, so dass sie wieder das frühere Niveau aus der Zeit vor dem Kernkraftwerks-Moratorium erreicht. Durch das Moratorium, das die Bundesregierung nach der Atomreaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr 2011 verhängt hatte, mussten unter anderen die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel abgeschaltet werden. Das AKW Brokdorf, das ebenfalls der Versorgung im Großraum Hamburg dient, blieb dagegen am Netz.

50Hertz zufolge ist die Nordleitung die vierte innerdeutsche Ost-West-Verbindung seit der sogenannten elektrischen Wiedervereinigung im Jahre 1995. Ein weiteres Neubauprojekt für eine fünfte Höchstspannungsleitung zwischen Ost- und Westdeutschland verfolgt 50Hertz mit der umstrittenen sogenannten Südwest-Kuppelleitung, die von Bad Lauchstädt bei Halle/Saale durch den Thüringer Wald zur bayerischen Landesgrenze führen soll. Der erste Abschnitt von Bad Lauchstädt nach Vieselbach ist bereits seit 2008 in Betrieb. 

Für den zweiten Abschnitt der Südwest-Kuppelleitung zwischen Vieselbach und Altenfeld hatte das Thüringer Landesverwaltungsamt im Februar 2012 das Planfeststellungs-Verfahren beendet. Dagegen hat es Klagen und ein Eilverfahren gegeben, in dem das Gericht zugunsten des Netzbetreibers entschied. Seit September baut 50Hertz nun am zweiten Abschnitt. Für den dritten Abschnitt dieser Leitung hatte das Thüringer Landesverwaltungsamt im April 2011 das Raumordnungs-Verfahren abgeschlossen, das der Planfeststellung vorausgeht.

Die benachbarte Leitung zwischen Remptendorf in Thüringen und Redwitz in Bayern hatte 50Hertz zuletzt auf sogenannte Hochtemperaturleiter-Seile des Typs ACSS umgerüstet. Diese Abkürzung steht für den englischsprachigen Fachausdruck Aluminium Conductor Steel Support. Mit der Umrüstung soll die Leistung dieser wichtigen Nordost-Südwest-Verbindung nun von bisher 1.800 Megawatt zunächst um 300 auf 2.100 MW steigen. Die Investitionssumme für das 18 km lange Teilstück bezifferte das Unternehmen auf 7 Mio. Euro.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.





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