In der Norddeutschen Energiegenossenschaft können sich Bürger seit zwei Jahren am Bau von Ökokraftwerken beteiligen. Auf diese Weise sind inzwischen zwölf Solarstrom-Anlagen mit 7 Megawatt Spitzenleistung gebaut worden.


Die Solarstrom-Anlage im Gewerbegebiet Bützow ist das bisher größte Projekt der Norddeutschen Energiegemeinschaft. Foto: Rudolph-Kramer / Wemag


Die NEG Norddeutsche Energiegemeinschaft hat Mitte März in Bützow, Mecklenburg-Vorpommern, ihr bisher größtes Fotovoltaik-Kraftwerk eingeweiht. Die Anlage im Bützower Gewerbegebiet erzeugt Ökostrom aus Sonnenlicht mit einer Spitzenleistung von 3 Megawatt peak. Wie der Regionalversorger Wemag mitteilte, wurden auf der 19.000 Quadratmeter großen Fläche innerhalb von drei Wochen insgesamt 13.152 multikristalline Silizium-Solarmodule der norwegischen Firma REC und 414 „Diehl AKO“-Wechselrichter installiert. NEG hat dazu  4,6 Millionen Euro investiert. Die Energiegenossenschaft rechnet nun mit einem jährlichen Stromertrag von 3 Mio. Kilowattstunden, die in das Wemag-Netz in Bützow eingespeist werden.

Die vor zwei Jahren gegründete NEG hat damit ihre zwölfte Fotovoltaikanlage in der Region um Schwerin und Rostock ans Netz gebracht. Die zwölf Anlagen sind für insgesamt 11,3 Mio. Euro errichtet worden und haben zusammen eine Spitzenleistung von 7 MWp. NEG verfolgt den Zweck, Bürger an dem Bau von Ökokraftwerken zu beteiligen. Dazu können sie Genossenschaftsanteile ab 500 Euro kaufen. Derzeit hat NEG 844 Mitglieder und verfügt über 3,85 Mio. Genossenschaftskapital. Wemag ist mit einem Prozent beteiligt und übernimmt für die ortsnahen Anlagen die kaufmännische und technische Betriebsführung. Die Finanzierung der Ökokraftwerke erfolgt mit regionalen Banken. Künftig sollen neben Fotovoltaikanlagen auch Windräder gebaut werden.

Wemag befindet sich seit Januar 2010 mehrheitlich im Besitz von 195 Kommunen seines Versorgungsgebiets in Mecklenburg-Vorpommern und in Teilen Brandenburgs. Damals hatten die Kommunen und die Thüga-Gruppe die Anteile des Energiekonzerns Vattenfall Europe übernommen. Der Regionalversorger investiert seit 2009 auch in eigene Ökokraftwerke. Er verfolgt das Ziel, bis 2020 mindestens die Hälfte seiner Haushaltskunden mit regenerativer Energie aus eigener Erzeugung zu beliefern.