Das Bergbauunternehmen versorgt das Kraftwerk Buschhaus in Niedersachsen mit jährlich 200.000 Tonnen Braunkohle. Im vergangenen Jahr lieferte es auch größere Mengen des fossilen Brennstoffs an das tschechische Kraftwerk Opatovice.


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Aus dem Tagebau Profen beliefert Mibrag nun auch das Kraftwerk Buschhaus mit Braunkohle. Im vergangenen Jahr wurde schon das tschechische Kraftwerk Opatovice versorgt. Grafik: Stefan Schroeter / OpenstreetmapLizenz


Der Braunkohleförderer Mibrag liefert in den Jahren 2013 bis 2017 Braunkohle an das Kraftwerk Buschhaus in Niedersachsen. Das teilte Mibrags tschechischer Mutterkonzern  EPH Energetický a průmyslový holding auf Anfrage mit. Die jährliche Liefermenge bezifferte EPH mit 200.000 Tonnen. Ein Konzernsprecher ließ dabei offen, aus welchem der beiden aktiven Mibrag-Tagebaue die Kohle geliefert wird. Allerdings verfügt nur der Tagebau Profen, der sich südlich von Leipzig befindet, über einen Gleisanschluss, der Kohletransporte über größere Entfernungen ermöglicht. Daher ist es wahrscheinlich, dass Mibrag die Braunkohle für Buschhaus aus Profen liefert. Das Unternehmen selbst gab auf Anfrage keine Auskunft dazu.

Das Kraftwerk Buschhaus bei Helmstedt wird vom Energiekonzern Eon betrieben. Laut einem Bericht der Braunschweiger Zeitung sollte es eigentlich zu Anfang des Jahres 2017 stillgelegt werden, weil die Braunkohle-Vorräte im Helmstedter Revier dann erschöpft sind. Inzwischen gibt es aber Überlegungen, das Kraftwerk auch nach 2017 mit Mibrag-Kohle weiter zu betreiben. Der EPH-Sprecher bestätigte nun, dass der tschechische Konzern derzeit darüber mit Eon im Gespräch ist.

Aus dem Tagebau Profen versorgt Mibrag bisher hauptsächlich das 40 Kilometer entfernte Braunkohle-Kraftwerk Schkopau, an dem EPH seit dem vergangenen Jahr über seine Energietochter EP Energy beteiligt ist. Mehrheitsgesellschafter ist dort Eon Kraftwerke. Wie EPH jetzt weiter mitteilte, belieferte Mibrag im Jahr 2012 auch das tschechische Kraftwerk Opatovice  mit insgesamt 161.200 t Braunkohle. Dieses von EPE betriebene Kraftwerk befindet sich 100 Kilometer östlich von Prag. Die Mibrag-Kohle wurde dort eingesetzt, um einen zeitweiligen Lieferstopp des Braunkohle-Lieferanten Czech Coal zu überbrücken. Mittlerweile wird Opatovice offenbar wieder von dem tschechischen Lieferanten mit dem Brennstoff versorgt. Sollte es wieder zu Schwierigkeiten kommen, will EPE allerdings wieder auf die Mibrag-Kohle zurückgreifen.

Braunkohletransporte über 200 Kilometer wie nach Buschhaus und über 300 Kilometer nach Opatovice galten bisher als unwirtschaftlich. Denn bei Braunkohle ist die transportierte Masse im Vergleich zum Energieinhalt relativ groß. Der hohe Energieaufwand für weite Transporte verschlechtert auch die ohnehin ungünstige Umweltbilanz des fossilen Energieträgers weiter.

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