Das Leipziger Clearinghaus ECC übernimmt die Abwicklung und Besicherung für Strom-Termingeschäfte, die an der Prager Energiebörse PXE abgeschlossen werden. Die niederländische Partnerbörse APX-Endex dagegen verabschiedet sich aus der bisherigen Clearingkooperation.


In Leipzigs höchstem Wolkenkratzer besichern die ECC-Experten nun auch tschechische, slowakische und ungarische Strom-Termingeschäfte. Foto: Stefan Schroeter


ECC European Commodity Clearing, eine Tochtergesellschaft der Leipziger Energiebörse EEX European Energy Exchange, hat ihr Geschäft nach Tschechien, Slowakei und Ungarn ausgeweitet. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es am Montag sogenannte Clearing- und Abwicklungsleistungen für Transaktionen eingeführt, die an der Prager Energiebörse PXE Power Exchange Central Europe abgeschlossenen werden. Beim Clearing werden Handelsgeschäfte geld- und warenmäßig abgewickelt und besichert. PXE ist eine Tochtergesellschaft der Prager Aktienbörse PSE, die wiederum im Besitz von Österreicher Banken und Unternehmen ist.

Mit der neuen Partnerschaft erweitert ECC das eigene Clearingangebot um an der PXE angebotene tschechische, slowakische und ungarische Stromfutures sowie um die Registrierung von Geschäften für diese Produkte. Die offenen Positionen in diesen Produkten seien bereits auf die ECC übertragen worden, hieß es. Welche Strommengen dies betrifft, und welcher Warenwert mit ihnen verbunden ist, war nicht zu erfahren. Außerdem bietet ECC auch die finanzielle Abwicklung von Geschäften an, die auf der gemeinsamen Day-Ahead-Marktplattform von PXE und der ebenfalls in Prag ansässigen staatlichen Energiebörse OTE geschlossen werden. Auf einer Day-Ahead-Marktplattform werden Geschäfte für den Folgetag abgeschlossen.

Während ECC mit der Partnerschaft seine Reichweite nach Osteuropa erweitert, sollen die Handelsteilnehmer der PXE von den standardisierten und integrierten Clearingprozessen des Leipziger Clearinghauses profitieren. Die neue Clearinglösung mache den Handel für PXE-Teilnehmer kostengünstiger, da sie höhere Transaktionsvolumen mit niedrigeren Kapitalanforderungen umsetzen könnten, teilten die Partner mit.

Das Clearing für andere Energiebörsen hat ECC in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Geschäftszweig ausgebaut. Insbesondere das Clearing für die niederländische Strom- und Gasbörse APX-Endex entwickelte sich gut. Diese Börse, die erst vor wenigen Jahren durch eine Fusion der Strombörse APX mit der Gasbörse Endex entstanden war, hat sich vor kurzem wieder in ihre beiden ursprünglichen Bestandteile getrennt. Das Gasgeschäft wird nun von der Gasbörse ICE-Endex fortgeführt, einer Tochter des US-amerikanischen Börsenkonzerns ICE Intercontinental Exchange. Mit diesen Veränderungen ist offenbar auch ein Ende der Leipziger Clearingpartnerschaft verbunden: Wie das Clearinghaus auf Anfrage mitteilte, ist ICE-Endex zwar derzeit noch Partnerbörse von ECC. Der Vertrag sei aber zum Jahresende 2013 gekündigt worden.

Eine Clearingkooperation unterhält ECC auch mit der französischen Energiebörse Powernext, mit der die ECC-Muttergesellschaft EEX die deutsch-französische Strombörse Epex Spot betreibt. Weitere Clearingpartner sind der Österreicher Erdgas-Handelsplatz Cegh und die ungarische Strombörse Hupx.

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