Im Hybridkraftwerk Prenzlau produziert Enertrag aus Windstrom den chemischen Energieträger Wasserstoff, um ihn vor Ort zu speichern und bedarfsgerecht zu verstromen. Künftig soll dieser Wind-Wasserstoff auch ins Ferngasnetz einspeist und an die Gaskunden von Greenpeace Energy geliefert werden.


Wasserstoff aus dem Hybridkraftwerk Prenzlau soll künftig auch ins Ferngasnetz eingespeist werden. Foto: Enertrag


Der Energieversorger Greenpeace Energy und das Windkraft-Unternehmen Enertrag bereiten in Prenzlau, Brandenburg, die Einspeisung von Wasserstoff in das Erdgasnetz vor. Dazu sollen eine kurze Stichleitung verlegt sowie eine Verdichter- und eine Einspeisestation gebaut werden. Die erste Einspeisung des Wasserstoffs in eine Ferngasleitung des Gasnetzbetreibers Ontras ist für das Jahr 2014 geplant und soll auf einem Druckniveau von 25 bar erfolgen. Zu den Kosten, die mit dem Anschluss verbunden sind, wollte Enertrag auf Anfrage keine näheren Angaben machen. Gemäß Gasnetz-Zugangsverordnung zahle das Unternehmen als Anschlussnehmer 25 Prozent der Kosten, höchstens aber 250.000 Euro. Die restlichen Anschlusskosten trage der Netzbetreiber Ontras, der sie letztlich über Netzentgelte  seinen Kunden weiterberechnen kann.

Enertrag betreibt in Prenzlau seit zwei Jahren ein Hybridkraftwerk, in dem Windstrom zur Produktion von Wasserstoff dient. Dies erfolgt mittels eines Elektrolyseurs, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Der so gewonnene Wasserstoff wird vor Ort gespeichert und gemeinsam mit Biogas dazu genutzt, in zwei Block-Heizkraftwerken bedarfsgerecht Strom und Wärme zu erzeugen. Außerdem liefert Enertrag den mit Windstrom gewonnenen Wasserstoff auch an Tankstellen des französischen Energiekonzerns Total. Zu den gelieferten Mengen machte Enertrag jetzt auf Anfrage allerdings keine Angaben.

Mit dem in Prenzlau erzeugten Wind-Wasserstoff, den die Partner als „Windgas“ bezeichnen, will Greenpeace Energy künftig auch seine knapp 8.000 Gaskunden versorgen. Die erste Gasnetz-Einspeisung war bereits für Mitte 2012 vorgesehen, hatte sich aber verzögert. Eine solche Einspeisung stelle Neuland für die Energiewirtschaft dar, hieß es zur Begründung. Die offenen regulatorischen Fragen seien nun geklärt. Enertrag kündigte an, in das Gasnetz jährlich bis zu 400.000 Kubikmeter Wasserstoff einzuspeisen, der aus 1,8 Millionen Kilowattstunden Windstrom gewonnen werde.

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