In der Gas-Grundversorgung geben die Stadtwerke sinkende Kosten an ihre Kunden weiter. In der Strom-Grundversorgung können sie steigende Staatsumlagen mit einem günstigeren Einkauf ausgleichen.


Einen Teil ihres Stroms erzeugen die Stadtwerke Leipzig im eigenen Heizkraftwerk. Doch derzeit ist es oft günstiger, den Strom an der Energiebörse einzukaufen. Foto: Stefan Schroeter


Die SWL Stadtwerke Leipzig senken ihre Gaspreise in der Grund- und Basisversorgung ab dem 1. Januar 2014 um 0,44 Cent brutto je Kilowattstunde. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 kWh Gas bedeute das eine jährliche Ersparnis von 88 Euro, teilte SWL weiter mit. Dies entspreche einer Preissenkung von 4,3 Prozent. Als Ursachen für die Preissenkung wurden einerseits gesunkene Netznutzungsentgelte genannt. Andererseits habe es Kostenreduzierungen gegeben, die aus der Optimierung der Beschaffungsprozesse resultierten.

In der vergleichsweise teuren Grund- und Basisversorgung befinden sich die SWL-Gaskunden, die sich nicht für ein Bestpreis-Produkt des Unternehmens entschieden haben. Die Bestpreis-Produkte sind deutlich preisgünstiger und bieten auch eine Preisstabilität von zwölf bis 24 Monaten. Allerdings war es SWL in den vergangenen Jahren offenbar nicht ausreichend gelungen, wechselwillige Grundversorgungs-Kunden mit seinen Bestpreis-Produkten in einem intensiven Wettbewerb zu überzeugen: So sank der Absatz im sogenannten Energievertrieb Gas seit dem Jahr 2009 von 1.462 Gigawattstunden um ein Viertel auf 1.069 GWh im Jahr 2012.

SWL kündigte außerdem an, die Strompreise in der Grundversorgung konstant zu halten. Durch einen günstigeren Einkauf sei es gelungen, die weiter stark steigenden staatlichen Kostenfaktoren am Strompreis zu kompensieren und somit die Preise konstant zu halten. Bekanntlich kauft SWL seit vielen Jahren einen Teil seines Strombezugs an der Leipziger Energiebörse EEX European Energy Exchange ein. Dabei profitiert das Unternehmen wie alle großen Stromverbraucher von dem Preisverfall im Strom-Großhandel der vergangenen Jahre, den die Börsenvermarktung von Ökostrom ausgelöst hat. 

Der stadteigene Energieversorger informierte zugleich ausführlich über die weiter wachsenden staatlich veranlassten Kosten beim Strompreis. Die Umlage nach dem EEG Erneuerbare Energien Gesetz steige zum 1. Januar 2014 von 5,277 Cent/kWh auf 6,24 Cent. Sinken werde hingegen die Umlage gemäß § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung, und zwar von 0,329 Cent/kWh auf 0,092 Cent. Diese Umlage befreie besonders stromintensive Betriebe zum größten Teil von den Netzentgelten.

Keine Veränderung gibt es laut SWL bei der Offshore-Umlage, die von der Allgemeinheit der Stromverbraucher gezahlt werden muss, wenn Betreiber von Windanlagen auf See aufgrund von Störungen oder Verzögerungen keinen Strom ins Netz einspeisen können. Dagegen steigt die Abgabe für KWK-Anlagen, mit der die Stromerzeugung in Kraftwärme-Kopplung gefördert wird. Sie erhöht sich Anfang Januar von 0,126 Cent/kWh auf 0,178 Cent.

Neu eingeführt wird die Umlage für abschaltbare Lasten. Sie beträgt zunächst 0,009 Cent/kWh. Mit dieser Umlage werden große Stromverbraucher entschädigt, wenn sie bei drohender Instabilität des Stromnetzes vorübergehend vom Netz gehen. Insgesamt erhöht sich SWL zufolge der Anteil der staatlichen Belastungen am Strompreis auf rund 50 Prozent.

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