Der deutsche Technikkonzern errichtet in der westpolnischen Stadt Gorzów Wielkopolski ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk, das mit Erdgas aus regionalen Quellen befeuert wird. Es ersetzt ein altes Kohlekraftwerk und senkt den Schadstoff-Ausstoß sehr deutlich. 


Diese Architektur-Skizze zeigt das künftige Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Gorzów. Bild: Siemens


Der polnische Energieversorger PGE GiEK hat den deutschen Technikkonzern Siemens damit beauftragt, ein schlüsselfertiges Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk mit Fernwärmeauskopplung zu bauen. Es soll in der Stadt Gorzów Wielkopolski im Westen Polens entstehen. Dabei ist eine Stromleistung von 138 Megawatt und eine Wärmeleistung von 90 MW vorgesehen. Wie Siemens weiter mitteilte, wird das Kraftwerk Gorzów dank der Fernwärme-Auskopplung einen Brennstoff-Nutzungsgrad von 84 Prozent erreichen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Anfang 2016 geplant. Den Auftragswert bezifferte der Technikkonzern einschließlich eines Langzeit-Wartungsvertrages für die Hauptkomponenten mit 160 Millionen Euro.

Für die schlüsselfertige Errichtung liefert Siemens zwei Industriegasturbinen des Typs SGT-800, eine Dampfturbine des Typs SST-400, drei 11-Kilovolt-Generatoren sowie zwei Abhitze-Dampferzeuger. Außerdem hat das Unternehmen einen Langzeitwartungs- und Instandhaltungsvertrag für die Gasturbinen erhalten, der über zwölf Jahre läuft. Das Kraftwerk Gorzów soll mit stickstoffreichem Erdgas aus Gasvorkommen im Westen Polens befeuert werden. Dieses Gas weist einen geringeren Brennwert als herkömmliches Erdgas auf.

Das Kraftwerk Gorzów soll einen Kohle-Kraftwerksblock am gleichen Kraftwerksstandort ersetzen und wesentlich umweltfreundlicher Strom erzeugen. Siemens zufolge sinken im Vergleich zum alten Kohlekraftwerk die Schwefeldioxid-Emissionen sowie die Staubemissionen um 95 %, die Stickstoffdioxid-Emissionen verringern sich um 30 %.

Bisher wird die Energiewirtschaft Polens von Großkraftwerken dominiert, die mit Stein- und Braunkohle als Brennstoff arbeiten. Der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung steht offenbar noch am Anfang. Das landesweit erste derartige Großprojekt war im Mai bekannt geworden. Dabei wird im ostpolnischen Kraftwerk Stalowa Wola bis zum Jahr 2015 ein GuD-Block gebaut, der über eine Stromleistung von 449 MW und über eine Wärmeleistung von 240 MW verfügen soll. Dieses Projekt wird von den Kraftwerksgesellschaften Tauron Wytwarzanie und PGNiG Energia umgesetzt,  die Tochtergesellschaften des Energieversorgers Tauron und des Gasversorgers PGNiG sind. Die Investitionskosten von insgesamt 374 Mio. Euro werden teilweise von der Europäischen Investitionsbank EIB und der Europäischen Entwicklungsbank EBRD finanziert.

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