Die Stadtwerke Erfurt haben 40 Millionen Euro investiert, um das Heizkraftwerk Erfurt-Ost auszubauen. Ein neuer Wärmespeicher ermöglicht es, die Stromerzeugung vom Wärmebedarf der Fernwärmekunden zu entkoppeln.


Das Heizkraftwerk Erfurt-Ost kann mit drei Gasturbosätzen deutlich mehr Strom und Wärme produzieren als bisher mit zwei. Archivfoto: SWE


Die SWE Stadtwerke Erfurt haben Ende Januar in ihrem Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk Erfurt-Ost eine dritte Gasturbinen-Abhitzekesseleinheit in Betrieb genommen. Für die Erweiterung hatte Siemens im vergangenen Sommer eine Gasturbine des Typs SGT-700 geliefert. Sie erreicht eine elektrische Leistung von 31 Megawatt sowie einen Strom-Wirkungsgrad von 36,4 Prozent im Grundlastbereich.

Während die Gasturbine selbst aus dem Siemens-Werk im schwedischen Finspong angeliefert wurde, stammt der von ihr angetriebene Generator aus dem Generatorenwerk des gleichen Konzerns in Erfurt. Der 40 x 40 Meter große Anbau an das bisherige Kraftwerksgebäude, die Anlagen zur Wärmeerzeugung sowie Wärmeverteilung wurden von Kraftanlagen München gebaut. Insgesamt investierte SWE 40 Millionen Euro in die Kraftwerkserweiterung.

Das 1999 errichtete Heizkraftwerk verfügte bisher über eine Stromleistung von 76,5 MW und über eine Wärmeleistung von 236 MW. Mit dem dritten Gasturbosatz stieg die Stromleistung auf 109 MW und die Wärmeleistung auf 282,5 MW. Damit sei es nun möglich, jährlich 600 Gigawattstunden Strom zu erzeugen, teilte SWE mit. So könne der Eigenbedarf an Strom in Erfurt zu 65 Prozent abgedeckt werden. Bei Fernwärme seien es sogar 100 %.

Dabei ermöglicht es ein neuer Wärmespeicher am bisherigen zweiten SWE-Kraftwerksstandort Iderhoffstraße, die Stromerzeugung vom Wärmebedarf der Fernwärmekunden zu entkoppeln. Das heißt: Das Kraftwerk kann auch dann Strom in der umweltfreundlichen Kraftwärme-Kopplung erzeugen, wenn die Wärme erst später gebraucht wird. Der Warmwasserspeicher kann bis zu 250 Megawattstunden Wärmeenergie aufnehmen. Das ebenfalls mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk Iderhoffstraße, das bisher als Spitzenlast-Kraftwerk genutzt wurde, soll künftig als Reservekraftwerk dienen.

Neben einem Ausbau der Kraftwärme-Kopplung hat sich die Stadt Erfurt auch vorgenommen, bis 2020 die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 100 GWh zu steigern. Dabei sollen neben Solarstrom-Anlagen auch Windprojekte eine Rolle spielen. Derzeit werden in Erfurt 20 GWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt.

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