Das Tochterunternehmen des Regionalversorgers Enviam hat seine Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien seit dem Jahr 2000 verfünffacht. Ob und wie es weiter in Ökostrom-Kraftwerke investiert, hängt von der EEG-Reform ab.


Biomasse ist der wichtigste erneuerbare Energieträger für den Kraftwerksbetreiber. Foto: Envia Therm


Der Kraftwerksbetreiber Envia Therm hat im vergangenen Jahr 2013 seine Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit 156 Millionen Kilowattstunden weiter ausgebaut. Das sind 3 Mio. kWh mehr als im Jahr zuvor und fünfmal soviel wie noch im Jahr 2000. Den erzeugten Ökostrom vermarktet das Unternehmen überwiegend direkt, nur in Einzelfällen nimmt es  zeitweise eine feste Einspeisevergütung beim jeweiligen Netzbetreiber in Anspruch. Wie die Direktvermarktung konkret erfolgt, wollte Envia Therm auf Anfrage nicht erklären.

Der wichtigste erneuerbare Energieträger im Ökostrom-Portfolio ist Biomasse: In sechs Biogasanlagen, einem Block-Heizkraftwerk für Biomethan und dem Biomasse-Heizkraftwerk Malchin produzierte Envia Therm allein 88 Mio. kWh. Außerdem erzeugt das Unternehmen  auch Ökostrom in 14 Wasserkraftwerken und vier Windparks.

Seit dem Inkrafttreten des EEG Erneuerbare Energien Gesetzes vor 14 Jahren hat Envia Therm 123 Millionen Euro in die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien investiert. Weitere Investitionen seien geplant, teilte das Unternehmen mit. Ihre Umsetzung hänge jedoch von der Neugestaltung des EEG ab. Derzeit bereitet das Bundeswirtschaftsministerium eine Reform des Gesetzes vor, die nach dem aktuellen Zeitplan im August abgeschlossen sein soll. Im vergangenen Jahr lag der Investitionsschwerpunkt von Envia Therm vor allem im Neubau von Biomethan-Blockheizkraftwerken und im Repowering vorhandener Anlagen, so zum Beispiel des Wasserkraftwerkes Mittweida und des Windparks Kirchheilingen.

Envia Therm ist eine Tochtergesellschaft des Regionalversorgers Enviam, der wiederum zum RWE-Konzern gehört. Das Unternehmen versorgt in Ostdeutschland als Contracting-Anbieter rund 2.000 Kunden mit Strom, Wärme und Kälte. Sein Anlagenpark umfasst eine Stromleistung von 516 Megawatt und eine Wärmeleistung von 567 MW, die gesamte Stromproduktion lag im Jahr 2013 bei 772 Gigawattstunden.

Regionale Schwerpunkte sind die Chemiezentren in Bitterfeld-Wolfen, Leuna, Guben und Zeitz. Darüber hinaus versorgt das Unternehmen zahlreiche Industriebetriebe mit Prozesswärme und eine Reihe von Kommunen wie Meuselwitz, Plauen und Vetschau mit Fernwärme. Außerdem tritt Envia Therm in mehreren Städten wie Bernburg und Guben als Vorlieferant des lokalen Fernwärmeunternehmens auf.

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