Der zentrale polnische Netzknotenpunkt Gustorzyn ist für den Anschluss von zwei neuen Ferngasleitungen erweitert worden. Der nationale Netzbetreiber Gas-System will bis 2018 insgesamt 2.000 Kilometer Ferngasleitungen verlegen.


Der zentrale Netzknoten Gustorzyn ist jetzt für den Anschluss von zwei neuen Ferngasleitungen erweitert worden. Foto: Gas-System


Der polnische Ferngasleitungs-Netzbetreiber Gas-System hat seinen zentralen Netzknotenpunkt in Gustorzyn bei Włocławek erweitert.  Damit seien die Voraussetzungen geschaffen worden, um zwei neue „strategische“ Gasleitungen mit einem Durchmesser von 700 Millimeter anzuschließen, teilte Gas-System mit. Dabei handelt es sich zum einen um eine Leitung, die von Gystorzyn nach Odolanów bei Wrocław führt und die beiden Untergrund-Gasspeicher Mogilno und Wierzchowice anschließt. Mit ihr wird eine bereits bestehende Verbindung modernisiert. Die andere Leitung erstreckt sich von Gustorzyn nach Rembelszczyzna bei Warschau und soll schon vorhandene Hochdruckleitungen ergänzen. Beide neue Leitungen sind dafür ausgelegt, Gas jeweils in zwei Richtungen transportieren können. Ihre Inbetriebnahme ist für das Jahresende geplant.

Wie Gas-System weiter mitteilte, wurden in die Erweiterung des Netzknotens 27 Millionen Złoty investiert (6 Mio. Euro). 20 Prozent davon habe die Europäische Union über ihr Infrastruktur- und Umweltprogramm finanziert. Am Netzknoten Gustorzyn laufen insgesamt zehn Pipelines zusammen, die Erdgas im Zweiwege-Betrieb nach und von Warschau, Gdansk und Odolanów transportieren. Im Jahr 2013 hat der Netzknoten insgesamt 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas weitergeleitet. Zum Vergleich: Der gesamte jährliche Erdgasverbrauch in Polen liegt bei 15 Mrd. m³.

Der Ausbau des Netzknotens Gustorzyn gehört zu einem umfassenden Investitionsprogramm, das den Bau von mehr als 1.000 Kilometer Ferngasleitungen in den Jahren 2009 bis 2014 umfasst. Der größte Teil davon ist noch im Bau, soll aber bis Jahresende fertig werden. Darunter sind auch drei Leitungen, die neue Terminal für Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG) in an das nationale Ferngasleitungs-Netz anschließen sollen. Auch am LNG-Terminal im Ostseehafen Świnoujście wird derzeit noch gebaut, es soll ebenfalls bis Jahresende in Betrieb gehen.

Die Gesamtkosten für das laufende Gasleitungs-Investitionsprogramm beziffert der Netzbetreiber mit 4,5 Mrd. Złoty (1 Mrd. Euro), von denen 1,3 Mrd. Zloty aus EU-Förderprogrammen kommen. Bis 2018 will Gas-System weitere 1.000 km Ferngasleitungen bauen, die das polnischen Teilstück eines mitteleuropäischen Nord-Süd-Korridors bilden sollen.

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