Strom aus erneuerbaren Energien hat im Gebiet des ostdeutschen Verteilnetzbetreibers einen sehr viel höheren Anteil am Stromverbrauch als im Bundesdurchschnitt. Eine der wichtigsten Herausforderungen ist dabei, die immer stärker schwankende Stromeinspeisung zu bewältigen.


Die Solarstrom-Leistung wächst derzeit im Mitnetz-Gebiet am stärksten. Das Foto zeigt den Solarpark Brandis bei Leipzig. Foto: Stefan Schroeter


Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ist im Gebiet des Verteilnetzbetreibers Mitnetz Strom weiter gewachsen. Im Jahr 2013 sei sie um zwei Prozent auf 9,8 Milliarden Kilowattstunden gestiegen, teilte das Tochterunternehmen des Regionalversorgers Enviam im RWE-Konzern mit. Damit habe der eingespeiste Ökostrom einen Anteil am Endverbraucher-Absatz von 64 Prozent erreicht. Zum Vergleich: Bundesweit lag der Anteil von erzeugtem Ökostrom am Stromverbrauch im vergangenen Jahr bei 25 %. Die Bundesregierung strebt derzeit an, diesen Anteil bis 2025 auf 40 bis 45 % auszubauen.

Allerdings sind die Mitnetz-Zahlen nicht direkt mit den bundesweiten Zahlen vergleichbar, weil das Unternehmen bei seiner Rechnung den Strom ausklammert, den es an Weiterverteiler wie Stadtwerke und Industrieversorger liefert. Wird sein gesamter Stromabsatz betrachtet, der 2013 bei 21,9 Mrd. kWh lag, ergibt sich ein immer noch hoher Ökostrom-Anteil von 45 %.

Die Zahl der Ökostrom-Anlagen im Mitnetz-Gebiet stieg weiter auf 33.830, ihre installierte Leistung auf 6.685 Megawatt. Dagegen ging die Einspeisevergütung, die der Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber zahlt, leicht auf 1,23 Mrd. Euro zurück. Als Ursache dafür wurde genannt, dass Anlagenbetreiber zunehmend die Möglichkeiten nutzen, den erzeugten Strom direkt zu vermarkten.

Die wichtigste erneuerbare Energiequelle im Mitnetz-Gebiet ist unverändert die Windenergie, gefolgt von Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft und Deponiegas. Der am stärksten wachsende erneuerbare Energieträger ist weiterhin die Solarenergie, deren installierte Leistung um 9 % auf 2.500 MW zunahm. Jeweils um 4 % legten die Windenergie auf 3.790 MW und die Biomasse auf 295 MW zu.

Die Bewältigung der immer stärker schwankenden Stromeinspeisung aus Wind- und Solarenergie bezeichnet Mitnetz Strom neben dem Netzausbau als die wichtigste Herausforderung für das Unternehmen. Bislang würden Systemdienstleistungen wie Betriebsführung, Frequenz- und Spannungshaltung sowie Versorgungs-Wiederaufbau im wesentlichen durch konventionelle Kraftwerke erbracht, die an die Übertragungsnetze angeschlossenen seien. Diese stünden jedoch in Zukunft in deutlich geringerem Umfang zur Verfügung. Daher sei es erforderlich, dass auch erneuerbare Energieanlagen in den Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen solche Systemdienstleistungen übernehmen, die von Verteilnetzbetreibern wie Mitnetz Strom koordiniert werden.

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