Seit drei Jahren vermarktet der Schweriner Regionalversorger Wemag kleine Elektro-Fiats, die vom Hamburger Spezialisten Karabag umgerüstet wurden. Nun entschloss sich Wemag dazu, die Spezialfirma zu übernehmen.


In der Vollkostenbetrachtung sollen die Elektrofahrzeuge schon günstiger sein als vergleichbare Benziner. Foto: Wemag


Der Schweriner Regionalversorger Wemag wird Mehrheitsgesellschafter beim Hamburger Fahrzeugumrüster und -hersteller Karabag Elektroauto. Dazu übernimmt Wemag vom Unternehmensgründer Sirri Karabag einen Anteil von 70 Prozent zu einem nicht genannten Preis. Der Kaufvertrag werde nach Freigabe durch das Bundeskartellamt wirksam, teilte der Regionalversorger mit. Die Geschäftsführung sollen Sirri Karabag, der mit 30 % beteiligt bleibt, und Wemag-Entwicklungsleiter Raymond See gemeinsam übernehmen.

Die beiden Unternehmen kooperieren bereits seit 2011 im Vertrieb von zunächst 40 umgerüsteten Fiat-Kleinwagen der Serie 500. Diese „New 500e“ hat Wemag im eigenen Fuhrpark genutzt oder an gewerbliche Kunden wie Hotels, Gaststätten, Verlage und Autovermieter vermarktet. Der Regionalversorger ist vor allem daran interessiert, die Batterien der Elektrofahrzeuge als Stromspeicher für den unregelmäßig erzeugten Ökostrom nutzbar zu machen, der in seinem Netzgebiet in großen Mengen anfällt. Die Fahrzeugbatterien sollen in das sogenannte „Reevolt“-Konzept einbezogen werden, das Wemag bereits für die Speicherung und Eigennutzung von Solarstrom in privaten Haushalten anbietet.

Wemag zufolge konnte Karabag in den vergangenen Jahren namhafte Unternehmen wie Still, Linde, die Actia-Gruppe, Eberspächer, die Itzehoer Versicherung und den Batteriehersteller Kokam als Partner gewinnen, 800 Elektrofahrzeuge verkaufen und gleichzeitig ein deutschlandweit funktionierendes Servicenetz mit rund 300 festen Partnerbetrieben aufbauen. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen wie Airbus, Veolia, Star Car, die Stadt Hamburg, sowie mehrere Kommunen und Landkreise, heißt es.

Mit dem neuen Gesellschafter soll das Unternehmen nun den Absatz von Elektroautos und sogenannten Umbau-Kits, mit denen Young- und Oldtimer elektrifiziert werden können, weiter ausbauen. Bereits jetzt seien die Karabag-Elektroautos in der Vollkostenbetrachtung und in Verbindung mit einem häuslichen Energiemanagementsystem günstiger als ein vergleichbarer Benziner, teilte Wemag mit. Das Ziel sei es nun, den Preis weiter zu senken und das Elektroauto so für breite Schichten interessant zu machen. Dazu seien eine aktive bundesweite Vermarktung und technische Weiterentwicklungen geplant. Derzeit würden Elektrotransporter entwickelt, die im Sommer vorgestellt werden sollen.

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