Die Ferngasleitung 02 vom brandenburgischen Lauchhammer ins sächsische Oberhermsdorf ist bereits seit Ende der 50er Jahre in Betrieb. Nach ihrer Modernisierung will sie der Netzbetreiber Ontras ferngesteuert betreiben können.


Im brandenburgischen Abschnitt zwischen Schraden und Tettau wurde im März ein bereits fertig verschweißter Rohrstrang in den Graben abgesenkt. Foto: Ontras


Ontras Gastransport erneuert derzeit die für Südsachsen wichtige Ferngasleitung 02 vom brandenburgischen Lauchhammer ins sächsische Oberhermsdorf bei Dresden. Über die 63 Kilometer lange Leitung werden die Regionen Oberspreewald-Lausitz, Dresden-Meißen und Sächsische Schweiz / Osterzgebirge mit Erdgas versorgt. In die Erneuerung investiert der Ferngasleitungs-Netzbetreiber einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“.

Die Bauarbeiten im 12,5 Kilometer langen brandenburgischen Leitungsabschnitt sind bereits weitestgehend abgeschlossen. Für den 50 km langen Teilabschnitt in Sachsen haben die Sanierungsarbeiten Ende Juni begonnen. Sie erfolgen in mehreren Bauabschnitten und sollen Mitte 2015 abgeschlossen sein. Um an der Leitung arbeiten zu können, werden die jeweiligen Abschnitte zeitweise außer Betrieb genommen. Ontras will jedoch über alternative Transportwege sicherstellen, dass alle Kunden weiterhin jederzeit unterbrechungsfrei mit Erdgas versorgt werden.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist die Ferngasleitung 02 bereits seit Ende der 50er Jahre in Betrieb. Nun werden verschiedene Armaturengruppen und Leitungsstücke ausgetauscht  sowie Schleusen eingebaut, damit der Gastransport künftig effizienter erfolgen kann. Die Armaturen sollen sich später größtenteils aus der Ontras-Leitwarte in Leipzig fernsteuern lassen, so dass der Bedienungsaufwand sinkt. Durch die neuen Schleusen kann die Leitung künftig mittels eines speziellen Inspektionsroboters, auch „Molch“ genannt, bei laufendem Betrieb geprüft und gewartet werden. Bisher musste die Leitung dafür gasfrei gemacht werden.

Die Leitung hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern und ist für einen maximalen Betriebsdruck von 25 bar ausgelegt. Der Leitungsstrang wird aus jeweils 18 Meter langen Stahlrohren mit einem Gewicht von je 1.500 Kilogramm pro Rohr vor Ort zusammengeschweißt und in einem Rohrgraben mit mindestens einem Meter Überdeckung verlegt. Mit der Bauausführung sind verschiedene Spezialfirmen sowie zahlreiche regionale Unternehmen beauftragt. Für Planung, Projektierung und Bauüberwachung ist das Grimmaer Ingenieurbüro Weishaupt zuständig.

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