Das Technologieunternehmen hatte bei seinen Investoren eigentlich schon die Investitionsmittel für eine Massenproduktion seiner organischen Solarzellen einwerben wollen. Doch nun baut es erst einmal mit einer kleineren Summe die Zusammenarbeit mit Produktpartnern und den Vertrieb aus.

Licht-undurchlässige organische Solarfolien können bereits auf einer kleinen Produktionsanlage in Dresden produziert werden. Foto: Heliatek


Der Dresdner Solarfolien-Entwickler Heliatek hat Ende September seine C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von 18 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Diese Runde sei von der Investmentholding Aqton des deutschen Unternehmers Stefan Quandt angeführt worden, teilte Heliatek mit. Daran beteiligt hätten sich alle bisherigen Investoren. Zu ihnen gehören Bosch, BASF, Innogy Venture Capital-1, Wellington Partners, Ecapital, HTGF und TGFS. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2006 seien damit bisher 46 Mio. Euro zur Entwicklung der Technologie, des Produktionsprozesses und für den aktuellen Markteintritt eingeworben worden, hieß es weiter.

Die Investition soll Heliatek dabei unterstützen, die „gesteckten operativen Ziele und Vertriebsziele“ für seine organischen Solarfolien bis 2016 zu erreichen. Das Unternehmen liefert derzeit Prototypen und Pilotprojekte an Baumaterialproduzenten, Automobilhersteller und deren Zulieferer. Es hält nach eigenen Angaben den Weltrekord von 12 Prozent Zelleffizienz für Licht-undurchlässige organische Solarzellen. Diese Solarfolien können derzeit am Standort Dresden auf einer Rolle-zu-Rolle-Anlage in einer Breite von bis zu 30 Zentimetern produziert werden.

Im Mai hatte Heliatek verkündet, für Licht-durchlässige organische Solarzellen eine Transparenz von bis zu 40% bei einer Zelleffizienz von 7% erreicht zu haben. Das bedeutet, dass die Solarzelle 40% des Lichts durchlässt und 60% für die Stromproduktion nutzt. Dabei werden 7% der gesamten eingestrahlten Lichtleistung  in elektrische Leistung umgewandelt. Solche Solarzellen sind beispielsweise für Licht-durchlässige und stromproduzierende  Fassaden und Autoverglasungen geeignet, die auch als Sonnenschutz dienen. Diesen transparenten Heliafilm will das Unternehmen bis Mitte 2015 in die Produktion einführen.

Die C-Finanzierungsrunde war Anfang 2013 angelaufen. Sie sollte ursprünglich 60 Mio. Euro  für den Bau einer größeren Produktionsanlage einbringen, um die Kosten der Solarfolien durch eine Massenfertigung senken zu können. Es habe sich aber erwiesen, dass die Markterschließung größere Anstrengungen und mehr Zeit erfordere, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Der Bau einer größeren Produktionsanlage und die dafür nötige Finanzierungsrunde seien weiterhin geplant.


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