In der Thüringer Stadt hat Danpower ein neues Biomasse-Heizwerk errichtet, das eine alte Anlage ablöst. Ein neues Biomethan-BHKW war schon im vergangenen Jahr fertig geworden.

Das neue Biomasse-Heizwerk liefert Fernwärme aus Altholz für Leinefelde. Foto: ELW


Die ELW Energieversorgung Leinefelde-Worbis, Thüringen, hat Anfang Oktober ein neues Biomasse-Heizwerk in Betrieb genommen. Die Anlage im Leinefelder Gewerbegebiet Ost wurde von der in Potsdam ansässigen Danpower-Gruppe errichtet und besteht aus drei Holzkesseln mit je 4.000 Kilowatt Wärmeleistung. Die Holzkessel verfügen jeweils über eine Schwingschub-Rostfeuerung und wurden von Eurobiomass aus dem polnischen Gdansk (Danzig) geliefert. Als Brennstoff dient ebenso wie in einer Vorgänger-Anlage im Ortsteil Birkungen aufbereitetes Altholz.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Heizwerks hat Danpower die Wärmeerzeugung für die Fernwärmeversorgung der Stadt Leinefelde vollständig erneuert. Im vergangenen Jahr war bereits ein Block-Heizkraftwerk fertiggestellt worden. Der dort eingesetzte Gasmotorenblock von MWM produziert Strom und Wärme mit Leistungen von jeweils 2.000 Kilowatt. Als Brennstoff dafür dient Biomethan, das aus der Danpower-eigenen Biogasanlage Lichtensee in Sachsen geliefert wird. Der im BHKW gemeinsam mit Wärme erzeugte Ökostrom wird in die Thüringer Energienetze eingespeist und über den Stromhändler Clens direkt vermarktet.

In den vergangenen 18 Monaten wurde Danpower zufolge auch das 24 Kilometer lange Fernwärmenetz erheblich optimiert. So seien im Vier-Leiter-System des Wohngebiets 4 fast zwei Kilometer Fernwärmeleitungen stillgelegt und 2,5 Kilometer neu verlegt worden, teilte das Unternehmen mit. Hinzu kamen zwei neue dezentrale Heizanlagen, die externe Standorte im Gewerbepark Birkungen und in einem weiteren Gewerbepark versorgen. Die Investitionen für das Gesamtprojekt bezifferte Danpower mit 9 Millionen Euro.

Das abgelöste Heizwerk im Ortsteil Birkungen war vor 28 Jahren als Braunkohle-Dampferzeuger errichtet und später schrittweise auf Altholz umgerüstet worden. Der hier erzeugte Dampf wurde über eine 1,8 Kilometer lange Trasse zum Gewerbegebiet Ost transportiert und dort zur Stromproduktion in zwei Turbinen genutzt. Außerdem diente er zur Fernwärmeversorgung und zu einem kleineren Teil auch technologischen Zwecken. Wie ELW-Geschäftsführer Heinrich Schmidt erklärte, waren die wesentlichen technischen Komponenten des alten Heizwerks veraltet und überdimensioniert. Daher sei ihre Erneuerung  wirtschaftlich nicht möglich gewesen.

ELW ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Danpower Energie Service, mit einer Beteiligung von 70 Prozent, und der Stadt Leinefelde-Worbis, die 30% hält. Es versorgt in Leinefelde 110 Kunden, darunter zwei Wohnungsgesellschaften mit 2.500 Wohnungen, und in Worbis 90 Kunden, darunter ebenfalls zwei Wohnungsgesellschaften mit 550 Wohnungen. An beiden Standorten beschäftigt ELW 18 Personen und erwirtschaftet 6,5 Mio. Euro Umsatz.


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