Die Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen war 1990 gegründet worden, um Thüringen flächendeckend mit Erdgas versorgen zu können. Nun verkaufen Eon und VNG das Unternehmen mitsamt seinem Ferngasnetz an einen Infrastruktur-Fonds aus Australien.

Station im Ferngasnetz von Thüringen und Sachsen. Foto: EVG


Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon und der Leipziger Gasgroßhändler VNG Verbundnetz Gas veräußern ihre gemeinsame Beteiligung an der Erfurter EVG Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der EVG. Damit setzten Eon und VNG die Strategie fort, ihre Beteiligungsportfolien zu optimieren, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Käufer sei der First State European Diversified Infrastructure Fund (EDIF), der Assetmanager (Deutsch: Beteiligungsverwalter) der Commonwealth Bank of Australia. EDIF habe bereits im Jahr 2013 die Nürnberger Ferngasgesellschaft Nordbayern erworben.

Über den Kaufpreis hätten die beteiligten Unternehmen Stillschweigen vereinbart, hieß es. Der EVG-Verkauf stehe noch unter dem üblichen kartellrechtlichen Vorbehalt. Die Entscheidung des Bundeskartellamts werde in den kommenden Wochen erwartet.

EVG war noch vor der Wirtschafts- und Währungsunion am 10. April 1990 gegründet worden. Der damalige Konzern Ruhrgas, der inzwischen in Eon aufgegangen ist, und VNG beteiligten sich jeweils zur Hälfte an dem neuen Unternehmen. Seine Aufgabe war es, eine flächendeckende Versorgung Thüringens und der umliegenden Gebiete mit Erdgas aufzubauen. Im Geschäftsjahr 2013 erwirtschaftete es mit zwölf Mitarbeitern einen Umsatz von 32 Millionen Euro und einen Gewinn von 22 Mio. Euro. EVG ist Eigentümerin eines 1.187 Kilometer langen Ferngasnetzes, das sich überwiegend über Thüringen und einen kleineren Teil Sachsens erstreckt.

Dieses Ferngasnetz verpachtet EVG an seine Tochter- und Netzgesellschaft ETG Erdgastransport Thüringen-Sachsen. ETG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013 mit zehn Mitarbeiterinnen einen Umsatz von 54 Mio. Euro und führte einen Gewinn von 13.000 Euro an die Muttergesellschaft ab. Neben den ETG-Anteilen hält EVG außerdem noch mehrere Minderheitsbeteiligungen an Energieversorgern und -dienstleistern.


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