Eine neue Solarmodul-Produktionslinie in Vilnius soll Fotovoltaikelemente in verschiedensten Formen und Farben fertigen können. Sie gehört zum Projekt Smartflex, an dem sich Partner aus mehreren europäischen Ländern beteiligen.

Die neue Solarfabrik in Vilnius. Foto: Via Solis


Im litauischen Vilnius hat der Solarsystem-Hersteller Via Solis Anfang Oktober eine Produktionslinie für individuell gestaltete Solarfassaden in Betrieb genommen. Hier sollen Fotovoltaikelemente verschiedenster Formen und Farben gefertigt werden können, damit Architekten ihre Visionen verwirklichen können. Die Module sollen rechteckig oder quadratisch, dreieckig oder rund sein und in vielen Farben hergestellt werden können. Darüber informierte das Projekt Smartflex der Europäischen Union, an dem sich Via Solis mit der Produktionslinie beteiligt.

Wie aus den Informationen hervorgeht, können auf der Produktionslinie jährlich polykristalline Solarmodule mit 50 Megawatt Spitzenleistung produziert werden. Dabei sind Modulgrößen von bis zu 1,7 mal 3,5 Meter und eine maximale Modulleistung von 750 Watt Peak möglich. Später sind auch monokristalline Module geplant. Unterschiedliche Farben werden über farbige Modulgläser, verschiedenfarbige Laminationsfolien oder unterschiedlich gefärbte Solarzellen erreicht. Die Gläser können außerdem im Siebdruckverfahren bedruckt werden. So soll es möglich sein, per Digitaldruck-Technik ein flächendeckendes Foto auf die gesamte Fassade aufzubringen. Die gewünschten Formen, Farben und Größen der Solarelemente werden von der Planungssoftware des Architekten direkt an die Produktionslinie übermittelt.

„Smartflex“ wird im siebten Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU mit 2,9 Millionen Euro gefördert. Zu den Projektpartnern zählen neben Via Solis, dem Glashersteller Glassbel und dem ebenfalls in Vilnius ansässigen Forschungsinstitut Protech auch das Fotovoltaik-Institut Berlin und der Maschinenbauer Mondragon Assembly, das Schweizer Kompetenzzentrum für gebäudeintegrierte Fotovoltaik, der Planungssoftware-Entwickler Creative Amadeo und die Berliner Agentur Sunbeam Communications.

Die Produktionslinie für individuell gestaltete Solarfassaden befindet sich in einer ebenfalls neu errichteten Fabrik von Via Solis. In diese Fabrik hat das Unternehmen insgesamt 37 Mio. Euro investiert, wovon ein nicht näher bezifferter Teil aus EU-Fördertöpfen stammen soll. Hier ist außerdem eine Produktionslinie für Solarzellen angesiedelt, aus denen wiederum Solarmodule hergestellt werden können. Außerdem gibt es eine CD- und DVD-Fertigung. Dem Unternehmen zufolge wird die Fabrik vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt. So würden Heizung und Kühlung mit geothermischer Energie betrieben. Der jährliche Strombedarf von 8.000 Megawattstunden werde durch Wasserkraft gedeckt.


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