An der Fotovoltaik-Freiflächenanlage Alt Daber/Wittstock wird ein Teil des erzeugten Stroms von einem Batteriespeicher aufgenommen. Der gespeicherte Strom kann als Regelenergie abgerufen werden und so dazu dienen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Der Blei-Säure-Speicher ist in zwei transportablen Containern untergebracht. Foto: Belectric


Das Solarpark-Unternehmen Belectric hat gestern einen Batteriespeicher an die Fotovoltaik-Freiflächenanlage Alt Daber/Wittstock in Brandenburg angeschlossen. Dem Unternehmen zufolge kann damit erstmals in Europa ein Solarkraftwerk sogenannte Regelenergie in der Hochspannungsebene von 110 Kilovolt bereitstellen. Regelenergie benötigen die Betreiber von Stromnetzen, um Schwankungen bei der Ein- und Ausspeisung von Strom auszugleichen.

Die Vermarktung der Regelenergie aus dem neuen Stromspeicher von Alt Daber hat der Energiekonzern Vattenfall übernommen, der sie am Markt für sogenannte Primärregelleistung anbietet. Primärregelleistung ist eine besonders kurzfristig abrufbare Form der Regelenergie. Der Solarpark Alt Daber, der über eine Spitzenleistung von 68 Megawatt verfügt, war auch von Belectric projektiert, errichtet und im März 2012 in Betrieb genommen worden.

Den nun hier angeschlossenen Blei-Säure-Speicher hat auch Belectric selbst entwickelt. Er ist in zwei transportablen Containern untergebracht und verfügt über eine Kapazität von 2.000 Kilowattstunden sowie über eine Leistung von 2.000 Kilowatt. Das Speicherprojekt wurde von der Speicherinitiative des Brandenburgischen Wirtschaftsministeriums mit einem Zuschuss von 376.000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten bezifferte das Ministerium mit 1,3 Mio. Euro. Das Vorhaben soll von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg wissenschaftlich begleitet werden. Belectric plant, den Speicher künftig in Serie zu produzieren.

Ein noch etwas größerer Batteriespeicher, der ebenfalls Regelenergie liefern soll, wird derzeit im Brandenburger Ort Feldheim an einem Windpark aufgebaut. Er ist für eine Leistung von 10 Megawatt und  ein Speichervermögen von 10 Megawattstunden Strom ausgelegt. Dieser Speicher ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ökokraftwerks-Unternehmens Energiequelle und des Windrad-Herstellers Enercon. Die hier notwendige Investition von 12,8 Millionen Euro wird vom Land Brandenburg mit einem Zuschuss von 5 Mio. Euro gefördert.

Bereits seit September in Betrieb ist der Batteriespeicher des Schweriner Regionalversorgers Wemag, der sich am Umspannwerk Schwerin-Lankow in Mecklenburg-Vorpommern befindet. Er verfügt über eine Leistung von 5 Megawatt, kann bis zu 5 Megawattstunden Strom speichern und stellt ebenfalls Primärregelleistung bereit. Die Gesamtinvestition lag hier bei 6,7 Millionen Euro und wurde vom Umweltministerium mit einem Zuschuss von 1,3 Mio. Euro unterstützt.


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