Auf das Dach des eigenen Parkhauses hat sich der Thalheimer Solarmodul-Hersteller Hanwha Q-Cells eine Ost-West-Solaranlage gebaut. Sie soll zeigen, wie Solarstrom die Produktionskosten in Gewerbe und Industrie senken kann.

Die Module der Ost-West-Anlage sind flach und platzsparend angeordnet. Foto: Hanwha Q-Cells


Der Solarmodul-Hersteller Hanwha Q-Cells hat im November eine Fotovoltaikanlage am Unternehmenssitz in Thalheim, Sachsen-Anhalt, in Betrieb genommen. Die Anlage wurde auf dem Dach des eigenen Parkhauses mit 2.000 Solarmodulen aus eigener Produktion und in Ost-West-Ausrichtung gebaut. Sie verfügt über eine Spitzenleistung von 500 Kilowatt und soll in den nächsten 20 Jahren ungefähr 9,44 Gigawattstunden Strom produzieren, den das Unternehmen selbst verbrauchen will.

Wie Hanwha Q-Cells weiter mitteilte, sind mit der Ost-West-Ausrichtung des Solarsystems mehrere Vorteile verbunden. So konnte eine Spitzenleistung von 134 Watt pro Quadratmeter Dachfläche erreicht werden, die doppelt so hoch sein soll wie bei einer Südanlage. Als Grund dafür nannte das Unternehmen, dass die Module bei der Ost-West-Ausrichtung in einem flachen Winkel von 10 Grad und mit geringen Abständen zwischen den Modulreihen montiert werden können. Daher sei es möglich, auf der gleichen Grundfläche mehr Module als bei einer südlich ausgerichteten Solaranlage zu installieren. Eine Südanlage erfordere dagegen einen steileren Aufstellwinkel von 30° und einen größeren Abstand zwischen den Modulreihen, um Verschattungen zu vermeiden. 

Als weiteren Vorteil der Ost-West-Anlage führte der Modulhersteller an, dass sie  Leistungsspitzen während eines längeren Zeitraums am Tag abdeckt. Sie erzeuge länger Strom und vermeide die typischen Mittagsspitzen von Solaranlagen mit Süd-Ausrichtung. Den so produzierten Solarstrom will Hanwha Q-Cells vollständig selbst verbrauchen. Er soll das Forschungszentrum, die Produktion und die Bürogebäude am Standort versorgen.


Sonnenstrom deckt Lastspitzen ab

Der Fotovoltaik-Anbieter will damit zeigen, wie der Eigenverbrauch von Solarstrom die Produktionskosten in Gewerbe und Industrie senken kann. Zahlen, die das belegen könnten, nannte er auf Anfrage allerdings nicht. Allgemein teilte er mit, dass die Kosten für den selbst erzeugten Fotovoltaik-Strom deutlich unterhalb des Preises für Strom aus dem Netz liegen würden.

Als einen weiteren Vorteil des Eigenverbrauchs von Solarstrom nannte das Thalheimer Unternehmen, dass sich damit teure Lastspitzen vermeiden lassen. Am eigenen Standort entstehen diese Lastspitzen an den sonnigsten und damit heißesten Tagen zwischen Juni und August, wenn die Produktionslinien und -hallen stromintensiv gekühlt werden müssen. Diese Lastspitzen kann eine Fotovoltaik-Anlage laut Hanwha Q-Cells abdecken und damit die Nachfrage nach Spitzenlast-Strom aus dem Netz deutlich senken. So ermögliche die neue Anlage dem Unternehmen, etwa acht Prozent der Spitzenlast-Kosten einzusparen.

Inzwischen wird auf dem Firmengelände schon ein größerer Solarpark gebaut. Auch der dort erzeugte Strom soll vollständig der eigenen Versorgung dienen.


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