Der deutsche Technikkonzern hat in das östliche Nachbarland bereits 65 Windräder der 2,3-Megawatt-Klasse geliefert. Nun kommen 29 weitere Anlagen hinzu, die für leichte und moderate Windstärken ausgelegt sind.


Windräder der 2,3-Megawatt-Klasse stehen unter anderem in Kansas, USA. Die gleichen Anlagen sollen nun nach Polen geliefert werden. Quelle: Siemens-Pressebild


Der polnische Windparkentwickler und Betreiber PEP Polish Energy Partners hat den deutschen Technikkonzern Siemens mit dem Bau zweier Windkraftwerke in Polen beauftragt. Im Mai 2014 sollen die Anlagen des Typs SWT-2.3-108 für den ersten Windpark mit insgesamt 41,4 Megawatt Spitzenleistung geliefert werden. Für den Spätherbst 2014 kündigte Siemens an, dass die 18 Windturbinen mit jeweils 2,3 MW Spitzenleistung Strom erzeugen werden. Der zweite Windpark mit elf Anlagen des gleichen Typs soll insgesamt 25,3 MW erreichen. Auch bei diesem Projekt werden die Anlagen ab Mai 2014 geliefert. Die Übergabe und Inbetriebnahme erwartet Siemens hier bereits im Spätsommer 2014. Anschließend übernimmt der Technikkonzern fünf Jahre lang die Wartung der Anlagen.

Wie Siemens weiter mitteilte, haben die eingesetzten Rotoren mit einem Durchmesser von 108 Metern dabei ihre Polen-Premiere. Auch die höheren Stahlrohrtürme, die eine Nabenhöhe von 115 Metern ermöglichen, seien bei Festland-Windkraftanlagen in Polen außergewöhnlich. Bei leichten bis moderaten Windstärken würden die Anlagen so besonders hohe Energieerträge erreichen. Der Technikkonzern setzt seine Windturbinen der 2,3 MW-Klasse seit 2009 in Polen ein.  Bereits 65 Exemplare der robusten Getriebeanlagen seien heute dort im Einsatz, hieß es.

Genauere Angaben zu den Standorten der beiden Windparks machte Siemens auf Anfrage nicht. Ein Projektdokument der Europäischen Entwicklungsbank EBRD lässt darauf schließen, dass es sich um die Windparks Gawłowice, südlich von Gdańsk, und Rajgród im Nordosten Polens handelt. Außerdem entwickelt PEP derzeit auch noch den Windpark Skurpie mit 36,8 MW, der Ende 2015 in Betrieb gehen soll. Hier sind 16 Windräder der 2,3-MW-Klasse von Siemens vorgesehen. PEP hatte bei EBRD einen langfristigen Kredit über 66 Mio. Euro für die drei Projekte beantragt. Die Gesamtkosten werden mit 198 Millionen Euro beziffert. Über die Kreditvergabe will die Bank im September entscheiden.

PEP ist dem Projektdokument zufolge ein führender lokaler Anbieter erneuerbarer Energien und unabhängiger Stromproduzent. Die Aktiengesellschaft ist an der Warschauer Börse gelistet und befindet sich zu 61 Prozent im Besitz der polnisch geprägten, aber in Luxemburg ansässigen Investitionsgruppe Kulczyk.

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