Das Braunkohlekraftwerk Buschhaus sollte eigentlich 2017 stillgelegt werden, wenn der zugehörige Tagebau Schöningen ausläuft. Mibrag übernimmt nun beides und will das Kraftwerk künftig mit Profener Kohle betreiben.


Aus dem Mibrag-Tagebau Profen wird das niedersächsische Kraftwerk Buschhaus bereits mit größeren Mengen Braunkohle beliefert. Ab 2017 wird er wohl die gesamte Brennstoffversorgung übernehmen. Foto: Stefan Schroeter


Der Zeitzer Braunkohleförderer Mibrag übernimmt das Kraftwerk Buschhaus und den Tagebau Schöningen in Niedersachsen. Einen entsprechenden Vertrag hat das Unternehmen gestern mit dem Energiekonzern Eon unterzeichnet. Danach werden Kraftwerk und Tagebau von der Eon Kraftwerke GmbH abgespaltet und in der Helmstedter Revier GmbH zusammengefasst. Dabei werden 480 Mitarbeiter übernommen, zu denen 60 Auszubildende gehören. Diese neue Gesellschaft führt Mibrag künftig als 100-prozentige Tochtergesellschaft. Darüber hinaus übernimmt das Zeitzer Bergbauunternehmen im Zuge der Transaktion die im Helmstedter Revier bestehenden Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen. Die Vertragspartner rechnen damit, dass sie die Transaktion am Jahresende 2013 abschließen können. Über den Kaufpreis haben sie Stillschweigen vereinbart.

Das 1985 errichtete Braunkohle-Kraftwerk Buschhaus hat eine Netto-Stromleistung von 350 Megawatt und einen Wirkungsgrad von 36 Prozent. Eine Fernwärme-Auskopplung gibt es hier nicht. Im Grundlastbetrieb benötigt das Kraftwerk jährlich 2 Millionen Tonnen Braunkohle, wovon bis zu 200.000 t durch Ersatzbrennstoffe abgelöst werden können. Nach Eons bisherigen Planungen sollte der Betrieb des Kraftwerks eingestellt werden, wenn voraussichtlich im Jahr 2017 die Vorkommen im zugehörigen Schöninger Tagebau erschöpft sind. Mibrag wird das Kraftwerk weiterbetreiben und mit Braunkohle aus dem sogenannten mitteldeutschen Revier versorgen. Dort hat das Unternehmen derzeit zwei Tagebaue, von denen allerdings nur der Tagebau Profen über eine Ladestation für den Bahn- und LKW-Transport von Braunkohle verfügt.

Schon vor dem gestrigen Vertragsabschluss hatte Mibrag mit Eon vereinbart, das Kraftwerk Buschhaus in den Jahren 2013 bis 2017 mit jährlich 200.000 t Braunkohle zu versorgen. Die Transportstrecke von Profen nach Buschhaus ist mit etwa 200 Kilometern doppelt so lang  wie Mibrags bestehende Transportstrecken nach Dessau und Chemnitz. Eine solch große Entfernung galt bisher als unwirtschaftlich. Denn die transportierte Rohbraunkohle enthält viel Wasser und relativ wenig Energie. Der große Energieaufwand auf langen Strecken verursacht daher hohe Kosten und verschlechtert auch die ohnehin ungünstige Umweltbilanz des fossilen Energieträgers weiter.

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