Im BMW-Werk Leipzig wird eine Wasserstoff-Tankstelle gebaut, die Brennstoffzellen von Gabelstaplern und Routenzugschleppern versorgen soll. Diese Technik gehört zu einem Forschungsprojekt, das auf eine höhere Verfügbarkeit der Flurförderzeuge zielt.


Im Leipziger Werk des Münchner Autobauers wird seit September der Elektro-Kleinwagen „i3“ in Serie gefertigt. Das dafür nötige Material sollen demnächst Stapler und Schlepper transportieren, die mit Wasserstoff fahren. Foto: BMW


Ein Forschungsprojekt im BMW-Werk Leipzig soll den Wasserstoff-Antrieb für Flurförderzeuge unter realen Produktionsbedingungen erproben und zur Serienreife weiterentwickeln. Dafür entstehe in den Produktionsbereichen für die neuen Elektrofahrzeuge der „i“-Reihe die deutschlandweit erste Hallen-Betankungsanlage für Wasserstoff, teilte BMW mit. Hier soll Kohlendioxid-neutral erzeugter gasförmiger Wasserstoff eingesetzt werden, den BMW aus einem Werk des Gasspezialisten Linde in Leuna bezieht. Das Partnerunternehmen LMH Linde Material Handling stellt fünf Gabelstapler und vier Routenzugschlepper bereit, die über Brennstoffzellen-Systeme und Wasserstofftanks verfügen. Routenzugschlepper sind Zugfahrzeuge mit Anhängern, die einzelne Produktionsbereiche mit dem benötigten Material versorgen.

Der Lehrstuhl FML der Technischen Universität München übernimmt die wissenschaftliche Begleitung und Bewertung hinsichtlich der ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Das Forschungsprojekt, das bis April 2016 läuft, wird vom Bundesministerium für Verkehr,  Bau und Stadtentwicklung mit  2,9 Millionen Euro gefördert. Die Fördergelder decken einen Teil der Projektkosten, deren gesamte Höhe nicht genannt wurde.

BMW und LMH versprechen sich von dem Wasserstoff-Antrieb vor allem eine höhere Verfügbarkeit der Flurförderzeuge. Denn Ladezyklen, Batteriewechsel und Wartung herkömmlicher Bleisäurebatterien würden bei konventionellen Flurförderzeugen relativ hohe Standzeiten bedingen, erklären die Forschungspartner. Das Brennstoffzellen-Hybridsystem der Gabelstapler und Zugmaschinen sei dagegen in wenigen Minuten aufgetankt und sehr wartungsarm.

Im BMW-Werk Leipzig läuft seit September die Serienproduktion des Elektro-Kleinwagens „i3“, der Steckdosen-Sportwagen „i8“ soll im Frühjahr 2014 folgen. Für die Produktion dieser Fahrzeuge verfolgt der Autobauer eine Nachhaltigkeitsstrategie. So bezieht er den dafür notwendigen Strom aus vier Windrädern auf dem eigenen Werksgelände.

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