Ein Block-Heizkraftwerk und zwei Heißwasserkessel liefern die Fernwärme für die Stadt, nachdem das nahe Braunkohlekraftwerk Mumsdorf stillgelegt worden ist. Der Kohlendioxid-Ausstoß, der mit der Wärmeversorgung verbunden ist, sinkt dadurch sehr deutlich.


Das neue Block-Heizkraftwerk an der Schnaudertalhalle hat die Fernwärmeversorgung in Meuselwitz übernommen. Foto: Envia Therm


Envia Therm hat am Freitag in Meuselwitz eine neue Wärmeversorgungs-Anlage offiziell in Betrieb genommen. Die neue Anlage versorgt die 10.000-Einwohner-Stadt weiter mit Fernwärme, nachdem die Wärmelieferung aus dem Kraftwerk Mumsdorf ausgelaufen ist. Dieses Kraftwerk hatte der Braunkohleförderer Mibrag im Juni stillgelegt.

Das Herzstück der neuen Anlage ist ein Block-Heizkraftwerk der Augsburger Firma MTU Onsite Energy, dessen Gasmotor mit Erdgas betrieben wird. Es verfügt über eine Stromleistung von 1,9 Megawatt und eine Wärmeleistung von 2,3 MW. Mit der gleichzeitigen Strom- und Wärmeproduktion, der sogenannten Kraftwärme-Kopplung, erreicht es Envia Therm zufolge einen Wirkungsgrad von 90 Prozent. Hinzu kommen zwei Heißwasserkessel von Omnical Kessel- und Apparatebau aus dem hessischen Dietzhölztal mit je 9,5 MW Wärmeleistung. Im Vergleich zur bisherigen Wärmeerzeugung mit Braunkohle sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß laut Envia Therm um 60%.

Die neue Anlage wurde in einer Bauzeit von elf Monaten errichtet. Der Meuselwitzer Stadtrat hatte dem Bau der neuen Wärmeversorgungs-Anlage im Juli 2012 zugestimmt. Zuvor hatte sich die überwiegende Mehrheit der Kunden von Envia Therm in Meuselwitz dafür entschieden, ihre Fernwärme weiterhin von diesem Unternehmen zu beziehen. Envia Therm ist ein Tochterunternehmen des regionalen Energieversorgers Enviam, das auf den Kraftwerksbetrieb und die Wärmeversorgung spezialisiert ist.

Das Braunkohlekraftwerk Mumsdorf, das bisher die Wärme für Meuselwitz und mehrere Industriekunden geliefert hatte, war 1968 errichtet und in den 90er Jahren modernisiert worden. Mit seiner Stromleistung von 85 MW lieferte es vor allem Strom für die Mibrag-Tagebaue und speiste darüber hinaus auch ins öffentliche Netz ein.

Das Bergbau-Unternehmen entschloss sich schließlich aus wirtschaftlichen Gründen, das Kraftwerk stillzulegen. Die dort beschäftigten 100 Mitarbeiter wechselten überwiegend auf andere Arbeitsplätze im Unternehmen, einige gingen auch in einen vorgezogenen Ruhestand. Das Kraftwerk soll nun ebenso wie die drei Fernheiztrassen demontiert werden.  Geplant ist, das 14 Hektar große Kraftwerksgelände innerhalb von drei Jahren komplett zu beräumen.

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