Der Energiekonzern trennt sich von seiner Vetschauer Ingenieursgesellschaft VPC. Der Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft Palero Invest soll den Beschäftigten ein „Höchstmaß an Sicherheit“ bieten – doch eine Arbeitsplatz-Garantie gibt es nicht.


Am Bau des neuen Braunkohlekraftwerks-Blocks R in Boxberg haben die VPC-Ingenieure vermutlich mitgearbeitet. Archivfoto 2012: Stefan Schroeter


Vattenfall verkauft seine Ingenieursgesellschaft VPC Vattenfall Europe Powerconsult mit insgesamt 535 Mitarbeitern an die Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Palero Invest. Dabei werden auch die Tochtergesellschaften Lausitzer Analytik in Spremberg und VPC East in Belgrad/Serbien veräußert. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte der Energiekonzern mit. Auch die Zahlen für Umsatz und Gewinn würden nicht kommuniziert, hieß es auf Anfrage. Die Transaktion soll im 1. Quartal 2014 abgeschlossen werden.

Der VPC-Hauptsitz mit rund 200 Mitarbeitern befindet sich in Vetschau/Brandenburg, die übrigen Mitarbeiter sind an Standorten in Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg, Spremberg und Jänschwalde sowie Belgrad tätig.  Die VPC-Gruppe ist auf Ingenieurs- und Labordienstleistungen im gesamten Kraftwerks- und Energiebereich spezialisiert und erbringt ihre Leistungen sowohl für den Vattenfall-Konzern als auch für Dritte. An welchen konkreten Projekten VPC zuletzt gearbeitet hatte, wollte der Konzern nicht bekanntgeben. Zu vermuten wäre, dass das Ingenieurunternehmen an den letzten Großprojekten für den Braunkohle-Kraftwerksblock R in Boxberg und für das Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg beteiligt war.

Vattenfall erklärte den Verkauf mit einem Konsolidierungsprogramm, mit dem der Konzern auf die schwierigen Marktbedingungen in der Energiebranche reagiere. Das Ziel sei es, den VPC-Mitarbeitern dabei ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten. Gleichzeitig solle es dem Unternehmen ermöglicht werden, mit einem neuen Gesellschafter in den nächsten Jahren Wachstumschancen zu nutzen. Eine Arbeitsplatzgarantie für die Mitarbeiter wurde allerdings nicht vereinbart.

Palero Invest ist ein institutioneller Fonds mit verschiedenen nicht genannten Investoren, der sich auf Käufe von Teilunternehmen von Konzernen spezialisiert hat. Als Berater und offizieller Ansprechpartner dieses Fonds agiert das in Frankfurt am Main ansässige Unternehmen Palero Capital. Palero bringe neben seinem Kapital auch sein internationales Netzwerk in die Beteiligungen mit ein, hieß es dort. So gebe es gute Kontakte in die Vorstände potenzieller Kunden.

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