Im Chemie- und Industriepark Zeitz baut Getec heat & power ein Block-Heizkraftwerk und eine Dampferzeugungs-Anlage. Das Contracting-Projekt soll die Infra-Zeitz Servicegesellschaft und den Raffinerie-Betreiber Puralube mit Wärme und Strom versorgen.

Die Gebrauchtöl-Raffinerien im Chemie- und Industriepark Zeitz erhalten eine neue Strom- und Dampfversorgung. Archivfoto 2014: Puralube


Der Magdeburger Energiedienstleister Getec heat & power finanziert, errichtet und betreibt im Chemie- und Industriepark Zeitz ein Block-Heizkraftwerk und eine Dampferzeugungs-Anlage. Am vergangenen Dienstag erfolgte der offizielle Spatenstich für das Contracting-Projekt, das ab Oktober 2016 die Infra-Zeitz Servicegesellschaft und den Raffinerie-Betreiber Puralube mit Wärme und Strom versorgen soll. Das Investitionsvolumen wurde mit insgesamt 6 Millionen Euro beziffert, der Contracting-Vertrag läuft über zehn Jahre.

Das von Getec errichtete Erdgas-befeuerte BHKW besteht aus zwei Modulen. Jedes Modul erzeugt 1 Megawatt elektrische Energie und im Kraftwärme-Kopplungsprozess auch 1,1 MW Wärme. Auf diese Weise sollen jährlich 14.000 Megawattstunden Strom produziert werden. Die Dampferzeugungs-Anlage ist darauf ausgelegt, bis zu 12 Tonnen Dampf pro Stunde zur Verfügung zu stellen. Getec zufolge soll die Gesamtanlage einen Wirkungsgrad von 90 Prozent erreichen.

Puralube betreibt im Chemie- und Industriepark Zeitz zwei Raffinerien zur Aufbereitung von Gebrauchtölen zu Schmierstoff-Basisölen. Das Tochterunternehmen des US-amerikanischen Puralube-Konzerns hatte seine Produktion in den vergangenen Jahren stetig erweitert, so dass eine neue Energieversorgung nötig wurde, um den wachsenden  Energiebedarf des Werkes zu decken.

Für Getec ist es bereits das zweite Contractingprojekt im Chemie- und Industriepark Zeitz. Vor zwei Jahren hatte der Magdeburger Dienstleister bereits für das hier ansässige Chemiewerk der italienischen Gruppe Radici Chimica ein Industriekraftwerk mit einem Erdgas- und einem Braunkohlestaub-Kessel errichtet. Aus ihm bezieht Radici Chimica nicht nur Dampf und Strom. Im Braunkohlestaub-Kessel wird außerdem das klimaschädliche Lachgas thermisch entsorgt, das im Chemiewerk bei der Produktion von Adipinsäure anfällt.

Betreiber des 232 Hektar großen Industrie-und Chemieparks Zeitz und damit der Strukturversorger für die dort ansässigen Unternehmen ist die Infra-Zeitz Servicegesellschaft. Sie versorgt die hier ansässigen Unternehmen mit Brauchwasser, Rückkühlwasser, Deionat sowie Dampf und entsorgt die Abwässer.


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