Die ostdeutschen Hochspannungsnetze müssen in den nächsten Jahren stark ausgebaut werden, um die wachsenden Strommengen aus erneuerbaren Energien zu transportieren. Allein der regionale Netzbetreiber Mitnetz beziffert die dafür nötigen Investitionen auf 500 Millionen Euro.

Für den Transport von Ökostrom müssen die die ostdeutschen Hochspannungs-Leitungen stark ausgebaut werden. Foto: Stefan Schroeter


Die ostdeutschen Betreiber von Strom-Flächennetzen haben einen gemeinsamen Netzausbau-Plan bis zum Jahr 2023 vorgelegt. Damit wollen sie die regionale Netzinfrastruktur auf der Hochspannungs-Ebene von 110 Kilovolt an die zunehmende dezentrale Stromproduktion aus erneuerbaren Energien anpassen. Auf dieser Spannungsebene würden die weitaus meisten Ökostrom-Anlagen angeschlossen, heißt es in dem Dokument. Der Netzausbau-Plan wurde gestern in Taucha bei Leipzig vom Flächennetz-Betreiber Mitnetz Strom bei einem Journalisten-Workshop vorgestellt.

Um den reibungslosen Transport des dort erzeugten Stroms von den regionalen Hochspannungsnetzen in das überregionale Übertragungsnetz auf der Höchstspannungs-Ebene von 380 kV zu gewährleisten, müssen dem Plan zufolge 38 Umspannwerke neugebaut oder verstärkt werden. Außerdem sei es notwendig, 2.900 Kilometer Hochspannungs-Leitungen auszubauen oder neu zu bauen.

Allein im Mitnetz-Gebiet müssten in den kommenden neun Jahren vier 380/110 kV-Umspannwerke neu errichtet und sechs ausgebaut werden, sagte Hanjo During, Mitnetz-Bereichsleiter Assetmanagement. Derzeit verfüge das Unternehmen über 16 solcher Umspannwerke. Außerdem müsse der Netzbetreiber 414 km Hochspannungs-Leitungen neu- und ausbauen. Die insgesamt notwendigen Investitionen, die Mitnetz für den Netzausbau bis 2023 aufbringen muss, bezifferte er mit 500 Millionen Euro.

Das Mitnetz-Gebiet erstreckt sich über Teile Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens. Hier waren im vergangenen Jahr 2013 insgesamt 34.559 Anlagen am Netz, die 9,9 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien produzierten und einspeisten. Wie Mitnetz-Geschäftsführer Adolf Schweer sagte, haben sie damit inzwischen einen Anteil von 65 Prozent am Letztverbraucher-Absatz des Netzbetreibers erreicht. Wenn seine Stromlieferungen an die Stadtwerke im Netzgebiet einbezogen würden, liege der Anteil des Ökostroms am Verbrauch immer noch bei etwa 45 %. Diese Quote ist doppelt so hoch wie im Bundesgebiet.


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