Zwei Wissenschaftler des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums und ein Praxispartner haben ein Unternehmen gegründet, das den Schadstoffausstoß von Kleinfeuerungsanlagen senken will. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein neuartiger Katalysator für Kaminöfen.

Der Neko-Katalysator – hier eine vergrößerte Innenansicht – soll schädliche Abgase in Biomasse-Kleinfeuerungsanlagen zurückhalten. Foto: ETE / DBFZ


Aus dem Leipziger DBFZ Deutschen Biomasse-Forschungszentrum ist mit ETE Emtech-Engineering das erste neue Unternehmen hervorgegangen. Sein Geschäftszweck besteht darin, den Schadstoffausstoß von Biomasse-Feuerungsanlagen zu verringern. Dabei sollen Forschungsergebnisse des DBFZ verwertet und praktisch nutzbar gemacht werden.

Gegründet wurde ETE bereits im Juli von den beiden DBFZ-Wissenschaftlern Ingo Hartmann und René Bindig sowie dem Geschäftsführer Frank Werner, der bisher bei dem Unternehmen Specht Modulare Ofensysteme tätig war. Die drei Gesellschafter haben das Unternehmen aus eigener Kraft entwickelt und keine Fördermittel in Anspruch genommen. Beraten wurden sie dabei vom Innovationszentrum Bioenergie, das sich auf dem DBFZ-Gelände befindet. Dort hat ETE auch Bürofläche angemietet.

Die drei Gründer fanden sich während des Forschungsprojekts „Neko – Neuartiger emissionsarmer Kaminofen“ zusammen. Dabei waren sie nach eigenen Angaben maßgeblich an der Erfindung des neuartigen, für hohe Temperaturen geeigneten „Neko-Katalysators“ beteiligt. Er besteht aus Metalloxiden und ist frei von Edelmetallen. Dieser Katalysator wurde speziell für Biomasse-Kleinfeuerungsanlagen wie Kaminöfen und Kessel optimiert, um dort schädliche Abgasbestandteile wie Kohlenmonoxid, Feinstaub und krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe zu vermindern. Für den „Neko-Katalysator“ gebe es bereits Pilotprojekte und Referenzanlagen, teilte ETE auf Anfrage mit.

Nach Darstellung des Unternehmens gibt es derzeit in Deutschland 15 Millionen Kleinfeuerungsanlagen, jährlich kommen mehr als 300.000 neue Installationen hinzu. ETE  weist darauf hin, dass im kommenden Jahr 2015 verschärfte Grenzwerte für die Zulassung und Typenprüfung neuer Kleinfeuerungsanlagen eingeführt werden sollen. Viele Hersteller hätten noch keine Lösungen gefunden, mit denen sie diese verschärften Grenzwerte einhalten könnten. Außerdem geht ETE davon aus, dass die Betreiber von Kleinfeuerungsanlagen an Nachrüstlösungen interessiert sind, die den Schadstoffaustoß ihrer bestehenden Anlagen senken. Das neugegründete Unternehmen will den Herstellern und Betreibern nun Beratungs- und Ingenieursdienstleistungen anbieten, um diese Probleme zu lösen.


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