Verbundnetz Gas und Gasprom bauen in Bernburg einen Untergrundspeicher für Erdgas. Nachdem VNG zwei bestehende Kavernen eingebracht hatte, ging nun der erste gemeinsam gesolte Hohlraum in Betrieb.

Bauarbeiten an der Oberfläche des Untergrund-Gasspeichers Katharina. Foto: EPG


Das deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen EPG Erdgasspeicher Peissen in Bernburg hat gestern seine erste selbst gesolte Kaverne in Betrieb genommen. Damit verfügt EPG in seinem Untergrund-Gasspeicher Katharina über drei unterirdische Kavernen mit einer Gesamtkapazität von 158 Millionen Kubikmetern Erdgas. Die ersten beiden Kavernen hatte EPG bereits im Oktober 2011 und im April 2012 vom Mutterkonzern VNG Verbundnetz Gas erworben.

EPG war im Mai 2009 von Gasprom Germania und VNG gegründet worden. Als VNG im Jahr 2012 seine Transport- und Speicherbereiche ausgliederte, übertrug der Gasgroßhändler seine Beteiligung an EPG auf die Tochtergesellschaft VNG Gasspeicher. Der Name des UGS Katharina geht auf die russische Zarin Katharina II. zurück, die im Jahr 1729 als Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst geboren und später auch als „Katharina die Große“ bekannt wurde.

Wie VNG weiter mitteilte, soll der UGS nach seiner endgültigen Fertigstellung über zwölf Kavernen mit einem nutzbaren Speichervolumen von 600 Mio. m³ Erdgas verfügen. Das entspricht einer Energiemenge von 6,52 Milliarden Kilowattstunden. Nach früheren Informationen ist die Fertigstellung für das Jahr 2024 geplant, die insgesamt notwendigen Investitionen waren mit 368 Mio. Euro beziffert worden. Die maximale tägliche Ausspeiseleistung von 24 Mio. m³ will EPG schon im Jahr 2017 mit dann sieben fertiggestellten Kavernen erreichen. Bereits für das nächste Jahr 2015 ist der Bau einer 37 Kilometer langen Anbindungsleitung zur Erdgas-Fernleitung Jagal vorgesehen.

Der UGS Katharina ist ein so genannter Hohlraumspeicher. Die Kavernen werden durch Bohrungen und Solung in einem unterirdischen Salzstock in 500 bis 700 Meter Tiefe geschaffen. Dabei wird Salz mit Hilfe von Wasser gelöst und über Tage gefördert. Der Speicher wird gemeinsam mit der ansässigen Salzindustrie kontinuierlich ausgebaut.

VNG zufolge schreiten auch die Bauarbeiten auf dem Gelände der zukünftigen obertägigen Anlagen des UGS Katharina seit Frühjahr dieses Jahres sichtbar voran. Nachdem zunächst die Flächen vorbereitet und planiert wurden, laufen seit Herbst die Arbeiten zur Errichtung des Funktions- und Energieversorgungsgebäudes sowie der Verdichterhalle. Bereits eröffnet wurde ein Informationszentrum, in dem sich Besucher ein Bild vom neuen Speicher machen können.

VNG Gasspeicher verfügt derzeit über sechs Speicheranlagen mit einer Gesamtkapazität von 2,7 Mrd. m³ Erdgas. Dabei hat allein der UGS Bernburg, der an den UGS Katharina angrenzt, ein Fassungsvermögen von einer Mrd. m³. Gasprom Germania ist gemeinsam mit seinen europäischen Partnern an Speichern mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 1,2 Mrd. m³ beteiligt.


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