Das Thalheimer Unternehmen hat die Module für das bisher größte Solarkraftwerk in Polen geliefert. Bisher spielt Solarstrom eine marginale Rolle in der polnischen Energieversorgung, doch das könnte sich bald ändern.

Die Solarstrom-Anlage bei Gdansk wurde mit Modulen aus Thalheim gebaut. Foto: Hanwha Q-Cells


In der polnischen Ostseestadt Gdansk (Danzig) ist im September 2014 eine der größten Solarstromanlagen des Landes in Betrieb gegangen. Darüber berichtete gestern der Thalheimer Solarmodulhersteller HQC Hanwha Q-Cells. HQC hatte an den polnischen Generalunternehmer PV-Tec Polska und den Installationsbetrieb Insbud die kristallinen Solarmodule für die Anlage mit einer Spitzenleistung von insgesamt 1,6 Megawatt geliefert. Zum Auftragswert machte HQC auf Anfrage keine Angaben. Die Anlage wurde für den Energiekonzern Energa errichtet, den nach eigenen Angaben drittgrößten Energieversorger in Polen.

Wie die deutsche Außenwirtschafts-Gesellschaft GTAI Germany Trade & Invest im vergangenen November berichtete, war die Solaranlage Gdansk zu diesem Zeitpunkt das größte derartige Kraftwerk in Polen. Die Investitionskosten bezifferte GTAI auf 9,5 Millionen Zloty (2,3 Mio. Euro). Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, wurde ein weiteres größeres Solarkraftwerk mit 673 Kilowatt Spitzenleistung für 4,1 Mio. Zloty von der Gesellschaft Fotowoltaika Wesolowo bei Wielbark in Ostpolen errichtet. Insgesamt soll Solarstrom allerdings noch eine marginale Rolle bei der Energieversorgung des Landes spielen.

Dennoch ist Polen nach Einschätzung von HQC derzeit der aktivste Solarstrom-Markt Osteuropas. Andere Märkte der Region wie Tschechien, die Slowakei, Bulgarien, Rumänien und Slowenien hätten zwar in den Jahren 2009 bis 2013 geboomt, dann aber überhitzt. Im vergangenen Jahr 2014 habe nur Polen sein Augenmerk auf die Fotovoltaik gerichtet, berichtet der Modulhersteller. Darüber hinaus arbeite die polnische Regierung an einem Erneuerbare Energien Gesetz. HQC erwartet, dass es bald verabschiedet wird und ab 2016 nicht nur Großprojekte, sondern auch Anlagen für Industrie und Gewerbe sowie kleine private Anlagen fördern könnte.

Wie das Unternehmen weiter informiert, basiert die polnische Solarstrom-Förderung derzeit auf Umwelt-Zertifikaten und dem Stromvertrieb. Hinzu kommen verschiedene Fördermechanismen für Großprojekte in bestimmten Regionen, bei denen Mittel der Europäischen Union genutzt werden. Darüber hinaus hat die polnische Regierung bereits eine Förderung für den Solarstrom-Eigenverbrauch bei kleinen Systemen mit einer Spitzenleistung unter 40 Kilowatt beschlossen, das in wenigen Wochen in Kraft treten soll.


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