Hintergrund-Berichte zum Stromnetz-Ausbau

Das schon lange geplante Projekt einer Höchstspannungs-Stromleitung, die von Sachsen-Anhalt durch den Thüringer Wald nach Bayern führen soll, stößt in Thüringen auf starken Widerstand. Die Leitungsgegner hatten im November 2013 beim Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Südwest-Kuppelleitung und gegen das Energieleitungs-Ausbaugesetz eingereicht, die dort im Juli 2015 nicht zur Entscheidung angenommen wurde. Nun prüfen sie, ob sie eine Beschwerde bei Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg einlegen.

Die Gerichtsentscheidungen zu diesem Leitungsprojekt, das auch als "Thüringer Strombrücke" bekannt ist, können sich auch auf neue Stromtrassen-Projekte der deutschen Übertragungsnetz-Betreiber auswirken. Diese neuen Starkstrom-Leitungen sollen künftig Strom aus dem Norden und Osten nach Süddeutschland transportieren, um dort nach der Abschaltung von Atomkraftwerken den steigenden Importbedarf zu decken. Thüringen und Bayern haben sich gegen diese neuen Projekte ausgesprochen, während Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern auf dem Leitungsbau bestehen.

Einen Ausbau ihrer Stromleitungen planen auch die Betreiber der regionalen Hochspannungs-Verteilnetze, um die wachsenden Strommengen aus erneuerbaren Energien aufnehmen zu können. Die Kosten des Netzausbaus tragen überwiegend kleine und mittelgroße Stromverbraucher in den Regionen, in denen die Leitungen gebaut werden. Sie bezahlen die Kosten für Bau und Betrieb der Netze mit den Netzentgelten, die auf ihrer Stromrechnung erscheinen. Strom-Großverbraucher sind dagegen weitgehend von den Netzentgelten befreit.

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    Strukturwandel durch Ökostrom

    Das Stromnetz des Regionalversorgers Enviam ist einmal dafür geschaffen worden, Strom aus wenigen Großkraftwerken an die Abnehmer zu verteilen. Jetzt muss es ausgebaut werden, damit es den Strom aus vielen verstreuten Öko-Kraftwerken aufnehmen und zu den Verbrauchern transportieren kann. 29/08/2011

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    Ausgleich für die Netzkosten von Ökostrom

    Der Bundesrat strebt einheitliche Netzentgelte bei Stromübertragungs- und Verteilnetzen an. Er hat die Bundesregierung aufgefordert, einen bundesweiten Mechanismus zum Ausgleich der Netz- und Einspeisekosten von Ökostrom zu prüfen. 18/04/2011

     

  • Ökostrom wird ohne Umweg billiger

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    Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien können regional dazu genutzt werden, niedrige Energiepreise  zu sichern und enge Kreisläufe der Wertschöpfung aufzubauen. Feldheim in Brandenburg hat mit seinem "Dorfwerk" bereits eine weitgehend unabhängige Energieversorgung erreicht, andere Kommunen arbeiten daran. 01/04/2011

  • Die europäischen Strommärkte vernetzen sich

    EEX-Handelsraum_kleinMit Marktkopplungen versuchen Strombörsen und Netzbetreiber, bestehende Engpässe bei der grenzüberschreitenden Stromübertragung besser zu bewirtschaften. Das Ziel ist eine koordinierte Strompreis-Ermittlung von Finnland bis Portugal.02/2010