Hintergrund-Berichte zur Ukraine


Die Energieversorgung der Ukraine ist weitgehend geprägt von Kern- und Kohlekraftwerken sowie vom Erdgaseinsatz. Das zweitgrößte Land Europas verfügt über gute Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien. Sie hat sich in letzter Zeit zunehmend entwickelt, leistet aber insgesamt erst einen geringen Beitrag zur gesamten Energieversorgung.

Die Ukraine ist traditionell das wichtigste Transitland für russische Erdgasexporte nach Mittel- und Westeuropa.
Gleichzeitig ist das Land auf Erdgasimporte aus Russland angewiesen, deren Preis sich in den vergangenen Jahren vervielfacht hat. Aus dieser Konstellation entstehen immer wieder Konflikte zwischen dem staatlichen ukrainischen Gasversorger Naftogas und dem halbstaatlichen russischen Erdgasproduzenten Gasprom, die auch auf der höchsten politischen Ebene ausgetragen werden. Im wiederkehrenden Streit um Transitgebühren und Importpreise schränkte Gasprom zuletzt in den Jahren 2006 und 2009 seine Lieferungen in die Ukraine ein, was dann über das Transitsystem auch in Mittel- und Westeuropa spürbar wurde.

Im Jahr 2014 bahnte sich ein neuer ukrainisch-russischer Gasstreit an, nachdem bei Naftogas hohe Schulden gegenüber Gasprom aufgelaufen waren und der russische Konzern den Lieferpreis enorm erhöht hatte. Die Auseinandersetzungen konnten allerdings durch die Vermittlung der Europäischen Kommission weitgehend entschärft werden. Die folgenden Hintergrund-Berichte beschreiben die bisherige Entwicklung.

  • Russisches Erdgas strömt wieder in die Ukraine

    Russisches Erdgas strömt wieder in die Ukraine

    Nach dem erneuten sommerlichen Kauf- und Lieferstopp von Naftogas und Gasprom hat die Europäische Kommission wieder ein „Winterpaket“ vermittelt. Danach kann die Ukraine in den nächsten Monaten russisches Erdgas zu marktüblichen Preisen kaufen und gewährleistet den Transport von Transitmengen nach Mittel- und Westeuropa.

  • Neuer ukrainisch-russischer Kauf- und Lieferstopp für Erdgas

    Neuer ukrainisch-russischer Kauf- und Lieferstopp für Erdgas

    Naftogas und Gasprom konnten sich nicht darauf einigen, die bisherigen Kompromisse bei den Lieferbedingungen für russisches Erdgas weiter zu verlängern. Dennoch soll der Transport des Energieträgers durch die Ukraine zu europäischen Kunden in vollem Umfang fortgesetzt werden.

  • Für die Ukraine sinkt der russische Erdgaspreis

    Für die Ukraine sinkt der russische Erdgaspreis

    Der russische Energiekonzern Gasprom und der ukrainische Energiekonzern Naftogas haben das sogenannte Winterpaket verlängert, mit dem sie im vergangenen Herbst ihre Konflikte entschärft hatten. Damit gelten die Regelungen zunächst für weitere drei Monate.

  • Winterpaket für russisch-ukrainische Erdgaslieferungen

    Winterpaket für russisch-ukrainische Erdgaslieferungen

    Die Europäische Kommission hat im Erdgasstreit zwischen Russland und Ukraine einen zeitweiligen Kompromiss vermittelt. Danach bezahlt die Ukraine für bisherige und künftige russische Erdgaslieferungen, im Gegenzug nimmt Russland die Lieferungen wieder auf.

  • Übergangslösung im russisch-ukrainischen Gasstreit

    Übergangslösung im russisch-ukrainischen Gasstreit

    Ein Kompromissvorschlag des europäischen Energiekommissars sieht vor, dass Naftogas zunächst den nicht umstrittenen Teil seiner Schulden bezahlt. Im Gegenzug soll Gasprom eine Mindestmenge Erdgas liefern, damit die Ukraine über den Winter kommt.

  • Erdgas strömt nun auch aus der Slowakei in die Ukraine

    Erdgas strömt nun auch aus der Slowakei in die Ukraine

    Die Erdgas-Pipeline Vojany-Ushgorod war einmal gebaut worden, um russisches Erdgas aus ukrainischen Transitleitungen in die Slowakei zu liefern. Dafür wurde sie nie genutzt, und jetzt dient sie dem Transport in umgekehrter Richtung.

  • Gasprom stellt Naftogas auf Vorkasse um

    Gasprom stellt Naftogas auf Vorkasse um

    Im aktuellen russisch-ukrainischen Gasstreit hat der russische Energiekonzern Gasprom angekündigt, den ukrainischen Gasversorger Naftogas ab sofort nur noch gegen Vorkasse zu beliefern. Beide Unternehmen machen vor einem Internationalen Schiedsgericht gegenseitig hohe Forderungen geltend.

  • Gastransport im Umkehrbetrieb für die Ukraine

    Gastransport im Umkehrbetrieb für die Ukraine

    Normalerweise dienen die ukrainisch-slowakischen Grenzübergangs-Verbindungen dazu, russisches Erdgas von Osten nach Westen zu transportieren. Weil dieses Erdgas nun aber für die Ukraine zu teuer geworden ist, sollen auch Transporte in umgekehrter Richtung möglich werden.

  • RWE liefert Erdgas über Polen in die Ukraine

    RWE liefert Erdgas über Polen in die Ukraine

    Der deutsche Energiekonzern nutzt den Umkehrbetrieb einer ukrainisch-polnischen Ferngasverbindung, um die ukrainische Gasgesellschaft Naftogas mit Erdgas zu versorgen. Wenn auch ein Umkehrbetrieb an der slowakischen Grenze möglich wird, will RWE die Liefermengen deutlich erhöhen.

  • Gasproms enorme Preiserhöhung für die Ukraine

    Gasproms enorme Preiserhöhung für die Ukraine

    Ab dem laufenden Monat April will der halbstaatliche russische Energiekonzern dem Nachbarland einen fast doppelt so hohen Erdgaspreis wie bisher berechnen. Die ukrainische Regierung spricht von „Gas-Aggression“ und besteht auf dem zuletzt gültigen Preis.

  • Ukraine gewinnt Atempause beim Erdgaspreis

    Ukraine gewinnt Atempause beim Erdgaspreis

    Der russische Erdgas-Produzent Gasprom senkt den bisher hohen Preis für Lieferungen in die Ukraine während der ersten drei Monate des Jahres 2014 deutlich ab. Für die Zeit danach muss der Preis wieder neu ausgehandelt werden – auf der Grundlage eines umstrittenen Vertrages von 2009.

  • Windparks wachsen in der Ukraine

    Windparks wachsen in der Ukraine

    Der Windpark Nowoasowsk im Donjezk-Gebiet wird nachträglich von der Entwicklungsbank EBRD und einem Partner finanziert. Weitere große ukrainische Windparks sind derzeit im Bau, und auch die Anlagenfertigung scheint sich zu entwickeln.

  • Österreicher bauen Solar-Großparks in der Ukraine

    Österreicher bauen Solar-Großparks in der Ukraine

    Ein Wiener Unternehmen installiert seit drei Jahren Solarparks im sonnenreichen Süden des Landes. Die größte Anlage steht auf der Halbinsel Krim.

  • Ukrainische Pläne für ein LNG-Terminal

    Ukrainische Pläne für ein LNG-Terminal

    Die Ukraine will ab 2016 Flüssigerdgas importieren und sich so weniger abhängig von Erdgaslieferungen aus russischen Leitungen machen. Doch die dafür notwendigen Investoren fehlen bisher.

  • Europäisches Geld für mehr Energieeffizienz in der Ukraine

    Europäisches Geld für mehr Energieeffizienz in der Ukraine

    Mit ihren Krediten fördert die Entwicklungsbank EBRD in der Ukraine gezielt Projekte, mit denen der hohe Energieverbrauch gesenkt werden kann. Die Möglichkeiten zum Energiesparen sind enorm. 23/11/2011

  • Alternativen zum Erdgas-Engpass

    gasprom_stop_kleinDer russisch-ukrainische Gasstreit hat zu einem Lieferstopp für russisches Erdgas auf dem ukrainischen Transitweg nach Europa geführt. Während es in mehreren ost- und mitteleuropäischen Ländern zu Engpässen bei der Gasversorgung kam, konnten deutsche Versorger auf andere Lieferanten und auf ihre Untergrund-Speicher zurückgreifen. 01/2009
  • Steigende Energiepreise erfordern mehr Effizienz

    kamenets-podilsk_kleinIn der Ukraine wird erstmals das Kioto-Instrument Joint Implementation für ein Energiespar-Projekt genutzt. Auf mehr Energieeffizienz, die verstärkte Nutzung einheimischer Energieträger und neue Importprojekte setzen auch andere ost- und mitteleuropäische Länder. 05/2007