In Barby ist die vierte Biomethan-Anlage der Region in Betrieb gegangen, an der das Mannheimer Unternehmen MVV Energie beteiligt ist. Weitere drei Anlagen arbeiten bereits in Staßfurt, Klein Wanzleben und Kroppenstedt.

Die Biomethan-Anlage in Barby soll einen breiten Mix verschiedener Einsatzstoffe verwerten. Foto: MVV


Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie und das Münchener Erneuerbare-Energien-Unternehmen Baywa Re haben Anfang November in Barby bei Magdeburg ihre zweite gemeinsame Biomethan-Anlage in Betrieb genommen. Sie soll jährlich 63 Gigawattstunden Biomethan produzieren und in das Netz des regionalen Gasnetzbetreibers Erdgas Mittelsachsen einspeisen können. Langfristiger Partner für Abnahme und Vermarktung des erzeugten Biomethans ist wieder der Münchener Gashändler BMP Greengas.

Zu den eingesetzten Investitionen teilte MVV auf Anfrage soviel mit, dass sie sich in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der Biomethan-Anlage Staßfurt bewegen sollen. In diese Anlage, die im Juni in Betrieb gegangen war, hatten die beiden Unternehmen 14 Millionen Euro investiert. An beiden Projekten ist MVV jeweils mit 74,9 Prozent beteiligt, Baywa Re hält 25,1 %.

Die Biomethan-Anlage in Barby soll einen breiten Mix verschiedener Einsatzstoffe verwerten und so dazu beitragen, Monokulturen zu vermeiden. 60.000 Tonnen Substrat pro Jahr von mehr als 20 landwirtschaftlichen Betrieben in der Region würden in den Tanks vergoren, teilten die Partner mit. Zum Einsatz kommen Energiemais, Zuckerrüben und Ganzpflanzen-Silage. Darüber hinaus sind auch Grassilage, Hühnertrockenkot und Rinderfestmist vorgesehen.

Der Gärprozess erfolgt im Naturgasverfahren des Österreicher Anlagenbauers Thöni. Als Flüssigsubstrat dienen die Sickersäfte aus den Substratlagern und indirekt die Flüssigkeitsmengen, die in den Substraten enthalten sind. Der Einsatz von Flüssiggülle ist MVV zufolge aktuell nicht geplant, wäre seitens der Anlagentechnik aber möglich. Bei diesem Gärprozess entsteht zunächst ein Rohbiogas, das in einer Aufbereitungsanlage des Anlagenbauers Schwelm zu Biomethan in Erdgasqualität weiterverarbeitet wird. Die Anlage Barby betreuen vor Ort drei Mitarbeiter, zusätzlich werden ein Betriebsführer und ein Substratmanager beschäftigt.

Für MVV Energie ist es bereits die vierte Biomethan-Anlage in der Region. Neben den Anlagen in Barby und Staßfurt betreibt das Mannheimer Unternehmen auch schon gemeinsam mit der in München ansässigen RES Beteiligungsgesellschaft zwei weitere, vergleichbare Anlagen in Klein Wanzleben und in Kroppenstedt. Dabei soll es nun zunächst auch bleiben. Weitere Biomethan-Anlagen mit nachwachsenden Rohstoffen seien derzeit nicht geplant, teilte MVV mit.