Mit einer teuren Sicherheitsbereitschaft für Braunkohle-Kraftwerke will die Bundesregierung den nationalen Treibhausgas-Ausstoß senken. Weil sie dabei den Marktmechanismus des europäischen Emissionshandels nicht berücksichtigt hat, können nun anderswo mehr Treibhausgase in die Luft gelassen werden.



Der russische Energiekonzern Gazprom und seine europäischen Partner arbeiten an neuen Pipelineprojekten durch die Ostsee und das Schwarze Meer, mit denen mehr russisches Erdgas auf direktem Weg nach Mittel-, West- und Südeuropa transportiert werden könnte. Gegen diese Projekte treten mehrere mittel- und osteuropäische Länder auf und finden Verständnis bei der Europäischen Kommission.



Der russische Energiekonzern Gasprom und seine europäischen Partner wollen die  Ostseepipeline Nord Stream um zwei weitere Röhren ausbauen. Damit das zusätzliche Erdgas von der deutschen Ostseeküste nach Süden und Westen transportiert werden kann, bereitet der  deutsch-russische Ferngasleitungs-Netzbetreiber Gascade Gastransport nun den Bau einer neuen Erdgasleitung vor.



Der wachsende Strombörsenhandel in der deutsch-österreichischen Preiszone überfordert zunehmend die tatsächlichen Möglichkeiten des Stromtransports und erzeugt unerwünschte Nebenwirkungen in Nachbarländern. Die Regulierungsagentur Acer hat deshalb eine Teilung der Preiszone vorgeschlagen, doch die Energiebörse EEX und Österreich wehren sich dagegen.



Die Energiebörse EEX European Energy Exchange und das DIW Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sprechen sich dafür aus, die einheitliche deutsch-österreichische Strombörsen-Preiszone trotz der damit verbundenen Belastungen zu erhalten. Als Voraussetzung dafür gilt ein ausreichender Ausbau der Stromnetze, doch der ist umstritten.



An einem Kessel des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde erprobt der Energiekonzern Vattenfall derzeit eine neue, gut regelbare Brennertechnik mit Trockenbraunkohle, um die Zünd- und Stützfeuerung zu gewährleisten. Sie soll es ermöglichen, die Mindestlast eines Kraftwerksblocks weiter abzusenken, damit mehr Strom aus erneuerbaren Energien in das Übertragungsnetz eingespeist werden kann.



Die schnell wachsende dezentrale Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zwingt die Betreiber von Hochspannungsnetzen in Sachsen-Anhalt und in anderen ostdeutschen Regionen zu hohen Investitionen. Sie werden von den Netzeigentümern vorfinanziert, doch die endgültige Rechnung bezahlen die regionalen Stromkunden über ihre Netzentgelte.



Die SWL Stadtwerke Leipzig haben ihr Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk in den vergangenen vier Jahren in zwei Schritten gründlich modernisiert. Um die Anlage weiterhin für die Wärmeversorgung nutzen und mehr lukrative Regelenergie produzieren zu können, investierten sie insgesamt 40 Millionen Euro.



Das Vestas-Rotorblattwerk Lauchhammer bezieht seinen Strom auf der physischen Ebene überwiegend von einem Biomethan-Kraftwerk auf dem eigenem Gelände und von einem nahen Windrad. Auf der wirtschaftlichen Ebene erweist sich das Strombezugs-Modell als deutlich schwieriger.

Beim Braunkohlentag in Leipzig berichteten die Unternehmen der Branche über gut ausgelastete Kraftwerke und geplante Tagebau-Erweiterungen. Konventionelle Kraftwerke würden auch nach dem Kernkraft-Ausstieg noch gebraucht, hieß es. Danach werde sich das Stromsystem weiter wandeln.

Nach einem Regierungsbeschluss ist der Bau der ersten beiden Kernkraftwerke in Polen wieder etwas konkreter geworden. Doch zwei Greenpeace-Studien zeigen große Risiken: Bei einem schweren Unfall könnte der radioaktive Niederschlag weite Gebiete im Land selbst und in seinen Nachbarländern unbewohnbar machen.

Die bestehenden Starkstromleitungen reichen nicht aus, um den wachsenden Stromüberschuss Ostdeutschlands in die verbrauchsstarken Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zu transportieren. Der Bau der Südwest-Kuppelleitung durch den Thüringer Wald nach Bayern kommt nur schrittweise voran, und neue Leitungspläne stoßen auf den Widerstand der Landesregierung.

Preisgünstiger Strom aus vier Windrädern deckt im Leipziger BMW-Werk einen Teil des Strombedarfs und reicht für die künftige Produktion der neuen Elektrofahrzeuge aus. Die Einbindung der schwankenden Ökostrom-Mengen in das Werksnetz war offenbar ganz unkompliziert.

Das  DIW Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin geht davon aus, dass künftige Überschüsse an Solar- und Windstrom weitgehend durch ein flexibles Stromsystem aufgefangen werden können. Seine Annahmen zum künftigen Betrieb von Gaskraftwerken, zum Stromexport und zum Netzausbau beißen sich allerdings mit der aktuellen Situation in der Energiewirtschaft.

Der tschechische Energie- und Industriekonzern EPH hat beim ostdeutschen Bergbauunternehmen Mibrag eine Übernahmepraxis demonstriert, wie sie von kurzfristig orientierten Finanzinvestoren bekannt ist. Zuletzt hat EPH über Mibrag das Braunkohlekraftwerk Buschhaus übernommen, und weitere Übernahmen sind durchaus denkbar.

Der russische Energiekonzern Gasprom und seine deutschen Partner können die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung Opal wegen Auflagen der Europäischen Kommission nur mit der halben Transportleistung nutzen. Die Möglichkeit, diese Beschränkung durch ein Gasfreigabe-Programm in Tschechien aufzuheben, nutzt Gasprom bisher nicht.