Im Verteilnetz-Gebiet von Mitnetz Gas wurden im vergangenen Jahr zwei Biomethan-Anlagen gebaut, doch von drei weiteren Projekten haben sich die Investoren verabschiedet. Im laufenden Jahr sollen wieder zwei Anlagen ans Netz gehen.

Netzanschluss-Technik (im Bild) für die Biomethan-Anlage (nicht im Bild) in Niederröblingen. Foto: Mitnetz Gas


Der Gas-Verteilnetzbetreiber Mitnetz Gas hat angekündigt, im laufenden Jahr 2015 insgesamt 56,7 Millionen Euro für Baumaßnahmen, Betriebsaufwand und Instandhaltungen ausgeben zu wollen. Das liegt deutlich über den 46,1 Mio. Euro, die Mitnetz Gas für das vergangene Jahr 2014 zu diesen Zwecken angekündigt hatte. Wieviel das Unternehmen dafür tatsächlich aufgewendet hat, war auf Anfrage nicht zu erfahren. Vermutlich war die Summe deutlich geringer, da drei von fünf ursprünglich geplanten Netzanschlüssen für Biomethan-Anlagen nicht gebaut worden sind.

Biomethan-Anlagen produzieren zunächst ein Rohbiogas, veredeln es in einem weiteren Schritt zu Biomethan in Erdgasqualität und speisen es dann in das öffentliche Gasnetz ein. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, für solche Anlagen den jeweils etwa 2,5 Mio. Euro teuren Netzanschluss bereitzustellen. Der betreffende Betreiber der Biomethan-Anlage beteiligt sich daran mit 250.000 Euro.

Für 2014 hatte Mitnetz Gas ursprünglich den Bau von fünf Netzanschlüssen mit Kosten von insgesamt 12 Mio. Euro veranschlagt. Aufgrund unsicherer Marktbedingungen verzichteten die Biomethan-Investoren jedoch auf drei geplante Anlagen, so dass der Netzbetreiber nur zwei Netzanschlüsse einrichten musste. Fertiggestellt wurden 2014 die Biomethan-Anlagen in Heygendorf, Thüringen, mit einer Einspeiseleistung von 400 Normkubikmetern pro Stunde, und in Niederröblingen, Sachsen-Anhalt, mit 620 Nm³/h. Damit sind derzeit insgesamt zehn Biomethan-Anlagen an das Hochdrucknetz von Mitnetz Gas angeschlossen, die über eine Gesamtleistung von 10.420 Nm³/h verfügen sollen.

Für das laufende Jahr 2015 plant der Netzbetreiber zwei Netzanschlüsse für neue Biomethan-Anlagen in Erdeborn, Sachsen-Anhalt, und im sächsischen Raitzen, die insgesamt 6,5 Mio. Euro kosten sollen. Ihre addierte Einspeiseleistung wird mit 1.250 Nm³/h angegeben.

Mitnetz Gas mit Sitz in Kabelsketal bei Halle/Saale ist eine Tochtergesellschaft des regionalen Gasversorgers Mitgas, der wiederum über seine Muttergesellschaft Enviam zum RWE-Konzern gehört. Als Verteilnetzbetreiber ist Mitnetz Gas für Planung, Betrieb und Vermarktung der gepachteten Netze verantwortlich. Die Gasnetze haben eine Gesamtlänge von 7.000 Kilometern und erstrecken sich über Teile der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Das Unternehmen beschäftigt an acht Standorten insgesamt 198 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete es einen Umsatz von 156,9 Mio. Euro und einen Jahresüberschuss von 8,8 Mio. Euro.


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