Envia Therm hat in Vetschau ein bestehendes Heizwerk um ein Block-Heizkraftwerk ergänzt, das Biomethan als Brennstoff nutzt. Es soll einen Teil der bisherigen Wärmeproduktion aus Braunkohlestaub und Heizöl ersetzen und so den Kohlendioxid-Ausstoß senken.


Im BHKW-Container (rechts) sorgt ein Erdgasmotor für die gekoppelte Strom- und Wärmeproduktion. Der kleinere Container (links) beherbergt Wärmetauscher und Leittechnik. Ganz links ist ansatzweise der Wärmespeicher zu erkennen. Foto: Enviam / Michael Setzpfandt


Der Kraftwerksbetreiber und Wärmeversorger Envia Therm hat in Vetschau bei Cottbus ein neues Block-Heizkraftwerk in Betrieb genommen, das Strom und Wärme aus Biomethan produziert. Das eine Million Euro teure BHKW wurde in das dort schon bestehende Heizwerk integriert. Es verfügt über eine Stromleistung von 600 Kilowatt sowie eine thermische Leistung von 650 Kilowatt und soll in einer wärmegeführten Fahrweise betrieben werden. Das heißt, dass das BHKW dann läuft, wenn Wärme benötigt wird, und dabei auch Strom erzeugt.

Das Unternehmen rechnet mit einer jährlichen Stromproduktion von 4,8 Mio. Kilowattstunden. Den so produzierten Strom speist es in die Leitungen der Schwesterfirma Mitnetz Strom ein, die ihn entsprechend dem Erneuerbare Energien Gesetz vergütet. In welcher Höhe der Strom vergütet wird und aus welcher Quelle das Biomethan stammt, war nicht zu erfahren.

Das BHKW-Containermodul mit einem Erdgasmotor des Typs MWM TCG 2016 V12 C wurde von der Berliner Firma SES Energiesysteme geliefert. Zu der Anlage gehört außerdem ein Heißwasserspeicher, der 1,9 Megawatt Wärmeenergie aufnehmen kann. Das Heizwerk verfügt bereits über Kessel für Braunkohlestaub und Heizöl, die eine Wärmeleistung von insgesamt 16 MW erreichen können. Einen Teil ihrer bisherigen Wärmeerzeugung soll nun das neue Biomethan-BHKW übernehmen. Envia Therm zufolge sinkt dadurch der Kohlendioxid-Ausstoß des Heizwerks um jährlich 2.000 Tonnen.

Aus dem Heizwerk versorgt das Unternehmen über ein acht Kilometer langes Fernwärmenetz die Stadt Vetschau mit Wärme. Zu den Kunden zählen Wohnungsbaugesellschaften, Gewerbe- und Privatkunden sowie ein Industrieunternehmen. Der jährliche Wärmeabsatz beträgt 14 Mio. Kilowattstunden. Envia Therm ist auch in einer Reihe weiterer ostdeutscher Städte als Fernwärmeversorger tätig, so in Boxberg, Meuselwitz, Peitz, Herzberg und Plauen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Halle/Saale und ist eine Tochterfirma des Chemnitzer Regionalversorgers Enviam, der wiederum zum Essener RWE-Konzern gehört.

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