MVV Energie betreibt bereits zwei Biomethan-Anlagen in Klein Wanzleben und Kroppenstedt. In Staßfurt baut das Unternehmen nun seine dritte Anlage in Sachsen-Anhalt.


Die Biomethananlage in Kroppenstedt hatte im April den Betrieb aufgenommen. Foto: MVV Energie


Das Mannheimer Unternehmen MVV Energie und das Münchener Unternehmen Baywa Re investieren gemeinsam mehr als 14 Millionen Euro in eine Biomethan-Anlage in Staßfurt bei Magdeburg. MVV Energie gehören 74,9 Prozent der Anlage, Baywa Re die übrigen 25,1 Prozent. Die Anlage ist seit Ende Juni im Bau, für den die Partner einzelne Gewerke vergeben haben. Hauptlieferanten sind das Willi Meyer Bauunternehmen aus dem niedersächsischen Uelzen für Fahrsilo und Erdbau, die Thöni Industriebetriebe aus Telfs in Österreich für die Biogaserzeugung und die Schwelm Anlagentechnik aus dem westfälischen Schwelm für die Biogas-Aufbereitungsanlage. Die technische Betriebsführung der Anlage soll durch eigene Mitarbeiter der gemeinsam gegründeten Betriebsgesellschaft vor Ort in Staßfurt erfolgen.

Für die Biogasproduktion ist geplant, pro Jahr 62.000 Tonnen Substrat zu vergären. Neben Energiepflanzen wie Mais und Zuckerrüben kommen dabei auch Grünschnitt und Winterfrüchte zum Einsatz. Das dabei entstehende Rohbiogas wird vor Ort zu Biomethan in Erdgasqualität aufbereitet.

Ab Mai 2015 soll es in das öffentliche Netz von Erdgas Mittelsachsen eingespeist werden. MVV rechnet mit einer jährlichen Einspeisung von 5,8 Mio. Kubikmetern, was einer Energiemenge von 62,5 Gigawattstunden entsprechen würde. Damit könnten Block-Heizkraftwerke mit einer Stromleistung von insgesamt drei Megawatt betrieben werden, teilte das Unternehmen mit. Außerdem sei es möglich, das Biomethan als Kraftstoff für Erdgas-Fahrzeuge zu nutzen. Langfristiger Partner für die Gasabnahme und -vermarktung ist der Münchener Spezialist BMP Greengas.

Gemeinsam mit BMP Greengas betreibt MVV Energie bereits zwei vergleichbare Anlagen in der Region. So war im Herbst 2012 eine Biomethananlage in Klein Wanzleben in Betrieb gegangen. Eine weitere Anlage in Kroppenstedt folgte im April 2014.

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